Gemälde im Amsterdamer Reichsmuseum stärker beschädigt als befürchtet

27. Juli 2006, 14:41
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Deutscher hatte "Schützenmahlzeit zur Feier des Friedens von Münster" in Brand gesetzt

Den Haag - Ein von einem Deutschen beschädigtes Meisterwerk des Amsterdamer Reichsmuseums ist stärker zerstört als zunächst erwartet. Nicht nur die schützende Firnis-Schicht, sondern auch die Farben selbst seien angegriffen, sagte die Chefrestauratorin des Museums, Manja Zeldenrust, der Zeitung "de Volkskrant" vom Freitag.

Der einschlägig vorbestrafte Deutsche hatte am 25. Juni einen Brandbeschleuniger auf das Bild "Schützenmahlzeit zur Feier des Friedens von Münster" von Bartholomeus van der Helst geschüttet und angezündet. Die Flammen konnten zwar sofort erstickt werden. Doch die Restauratorin sagte, die Farbe habe die Hitze gespeichert "wie ein gekochtes Ei". Dadurch seien sowohl Blasen als auch Vertiefungen entstanden.

Provisorische Restaurierung

Das insgesamt 5,2 x 2,5 Meter große Bild aus dem Jahr 1648 sei auf einer Fläche von 2,5 x 2,5 Metern beschädigt. Wegen des großen Arbeitsanfalls in der Werkstatt - das Reichsmuseum wird völlig umgebaut - werde es nur provisorisch restauriert. Das werde etwa 100.000 Euro kosten, sagte die Chefrestauratorin.

Der psychisch kranke 69-Jährige ist unter anderem durch Säureanschläge auf Bilder von Albrecht Dürer in München bekannt geworden. Er sitzt derzeit noch in den Niederlanden in Untersuchungshaft.(APA/dpa)

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