Risikoaversion an den Märkten ist gestiegen

1. August 2006, 19:46
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Bank Austria Creditanstalt hat ihrer Veranlagungsstrategie für das dritte Quartal eine etwas vorsichtigere Ausrichtung verliehen

Wien - Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) hat ihrer Veranlagungsstrategie für das dritte Quartal, das historisch nicht zu den besten für die Börsen zählt, eine etwas vorsichtigere Ausrichtung verliehen. Die Palette der gesetzten Maßnahmen reicht von der Reduzierung der Aktienquote bis zum Zurückfahren der Exposures in den Emerging Markets. "Sie sollen insgesamt die Tatsache unterstreichen, dass wir in unserer Strategie der gestiegenen Risikoaversion Rechnung tragen", so die Bereichsleiterin Research in der BA-CA Asset Allocation, Monika Rosen, am Freitag bei einem Pressegespräch in Wien.

Empehlungsliste

Stark defensive Züge trägt deshalb auch ihre Empfehlungsliste: Aus der Pharmabranche setzt sie auf Novartis, ergänzt durch den Versorger E.ON und den Tabakwert Altria. In Europa kommt noch der Energiewert Total hinzu sowie die britische Supermarktkette Tesco. Die einzige wirklich zyklische Empfehlung ist das Konglomerat General Electric (GE).

An den internationalen Aktienmärkten sei zuletzt die Risikoaversion gestiegen, wobei dahinter fundamental gesehen die Befürchtung stehe, ein stärker aufkommender Inflationsdruck könnte die Zentralbanken weltweit zu einer eher aggressiven Gangart bei ihren Zinserhöhungen veranlassen, so Rosen. Die jüngste Welle der Gewalt im Nahen Osten lasse das Thema "geopolitische Risken" ebenfalls wieder in den Vordergrund treten. "Nach drei Jahren der ausgezeichneten Performance an den Weltbörsen tragen wir diesem neuen Klima des verstärkten Risikobewusstseins Rechnung und reduzieren die Aktienquote auf neutral, sprich 40 Prozent. Die Renten liegen dementsprechend bei 57 Prozent, Cash bei 3 Prozent."

Gestiegene Risikoaversion

Auch in den Aktien- und Rentenportfolios setzt sich das Thema "gestiegene Risikoaversion" fort. Rentenseitig wurde die Position "Resteuropa", die auch den CEE-Raum mit einschließt, von bisher 10 auf 8 Prozent reduziert. Dementsprechend wurde der Rentenanteil in Euroland von bisher 79 auf 81 Prozent aufgestockt. Im Dollar-Segment bleibt die BA-CA weiterhin untergewichtet. Bei Aktien wurden die Exposures in den "Sonstigen Ländern - Emerging Markets" von bisher 10 auf nunmehr 8 Prozent reduziert. Im Gegenzug wird der Aktienteil Japan von bisher 12 auf 14 Prozent erhöht.

Das BA-CA Asset Management erwartet in den USA noch eine Zinserrhöhung um 25 Basispunkte auf 5,5 Prozent, und die erste Senkung für Anfang 2007. In Euroland werden bis Oktober noch zwei Anhebungen um je 25 Basispunkte auf dann 3,25 Prozent erwartet. (APA)

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    Die Zinserwartungen der BA-CA-Analysten: "Wir sehen in den USA noch eine Erhöhung um 25 Basispunkte auf 5,5 Prozent, die erste Senkung erwarten wir für Anfang 2007. In Euroland sehen wir bis Oktober noch zwei Anhebungen um je 25 Basispunkte auf dann 3,25 Prozent."

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