Hisbollah lehnt bedingungslose Freilassung weiter ab

22. Juli 2006, 08:31
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Anschließend indirekte Verhandlungen über Gefangenenaustau - Hisbollah-Propagandakampagne: "Sie werden uns nicht vernichten"

Beirut - Den Vorschlag von UNO-Generalsekretär Kofi Annan für eine sofortige Waffenruhe im Nahen Osten bei gleichzeitiger Freilassung der gefangenen israelischen Soldaten hat die libanesische Schiiten-Organisation Hisbollah abgelehnt. Man könne nur eine "bedingungslose" Feuereinstellung akzeptieren, gefolgt von indirekten Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch, erklärte der libanesische Hisbollah-Parlamentsabgeordnete Hussein Hajj Hassan am Freitag in Beirut.

Das israelische Außenministerium soll Deutschland um eine Vermittlerrolle bei der Rettung der gefangenen israelischen Soldaten gebeten haben. 2004 hatte Israel unter Vermittlung des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) mehr als 420 arabische Häftlinge freigelassen, die zuerst nach Deutschland ausgeflogen wurden. Im Gegenzug ließ die Hisbollah damals den israelischen Geschäftsmann und Reserve-Oberst Elhanan Tennenbaum frei und überstellte die Leichen dreier Soldaten, die vier Jahre zuvor bei einem Angriff an der libanesischen Grenze getötet worden waren.

Hisbollah-Propagandakampagne: "Sie werden uns nicht vernichten"

Trotz israelischen Luftangriffen findet die libanesische Schiitenbewegung Hisbollah noch Zeit, in Beirut Propagandaplakate zu drucken und anzubringen. Augenzeugen sahen am Freitag Hisbollah-Mitglieder, die auf der Straße zum Flughafen und entlang einer Hauptstraße, die zu den südlichen Vororten führt, Poster mit der Aufschrift "Sie werden uns nicht vernichten!" anbrachten. Auf anderen Plakaten war das Bild von Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah zu sehen.

In englischer und arabischer Sprache stand darauf: "Unser Haus wird nicht zerstört werden ... unsere Kinder werden nicht getötet und unser Volk wird nicht vertrieben ... dies wird nicht noch einmal geschehen". Hisbollah-Sprecher Hassan Darwish erklärte, Ziel der Plakatkampagne sei es, dass die "Stimmen aus dem Herzen der südlichen Vororte, die jeden Tag bombardiert werden, nach draußen dringen." Diese Vororte sind eine Hochburg der Hisbollah-Anhänger in Beirut und werden seit Beginn der israelischen Offensive täglich angegriffen. (APA/dpa)

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