Vorwurf der Kollektivbestrafung

21. Juli 2006, 22:53
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AI, UNO: Verdacht von Kriegsverbrechen

Beirut/Wien - Amnesty International (AI) hat Israel beschuldigt, eine "Kollektivbe-strafung"durchzuführen, was nach dem Artikel 33 der Genfer Konvention verboten sei. "Israel muss zwischen zivilen und militärischen Objekten unterscheiden", erklärte Malcom Stewart, AI-Direktor für den Mittleren Osten, in einer Aussendung. Gemäß internationalem Recht sei Israel verpflichtet, die "Verhältnismä- ßigkeit der Mittel"zu beachten. Ansonsten begehe es laut Artikel 147 der Genfer Konvention "Kriegsverbrechen".

Am vergangenen Sonntag hatte der (antisyrisch eingestellte) libanesische Informationsminister Ghazi Aridi erklärt, dass Israel international verbotene Waffen gegen Zivilisten einsetze und sein Land "vor der Auslöschung"stehe. Ghazi Aridi nannte allerdings keine Details zu den von Israel verwendeten Waffentypen. Verschiedene libanesische Zeitungen und Fernsehsender sprachen später von Phosphorbomben, die großflächige Brände entzünden, sowie Vakuumbomben, die den Einsturz von Gebäuden erleichtern, indem sie die gesamte Luft ansaugen.

UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour kündigte am Mittwoch an, dass alle Beteiligten des Konflikts für alle begangenen Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht würden. Auch der Hisbollah wird vorgeworfen, bewusst den Tod von Zivilisten in Kauf zu nehmen. (aha/DER STANDARD, Printausgabe, 21. Juli 2006)

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