Grüne Tupperwarepartys

1. Oktober 2006, 21:23
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Der Bezirk-Wien-Innen-West ist ein "Battleground"

Im amerikanischen Wahlkampfjargon heißen sie "Battlegrounds": jene Bezirke, die für eine Partei besonders wichtig sind, weil sie entweder Symbolcharakter haben oder weil ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem politischen Mitbewerber bevorsteht. Der Bezirk Wien-Innen-West ist so ein Battleground: Er besteht aus dem ersten, sechsten, siebten, achten und neunten Bezirk (Innere Stadt, Mariahilf, Neubau, Josefstadt und Alsergrund). Allesamt absolutes Hoffnungsgebiet für die Grünen.

Ihr Spitzenkandidat ist der Kultursprecher Wolfgang Zinggl, der eine besondere Wahlkampfidee hatte: grüne Tupperwarepartys.

Über Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich Zinggl in den letzten Wochen rund vierzig Hausfeste organisiert, bei denen er vor allem rote und schwarze Wähler von sich überzeugen möchte. Wien-Innen-West gilt ja als Bobo-Hochburg, sprich: Hier sind die bourgeoisen Bohemiens zu Hause (oder jene, die sich dafür halten). Mit klassischem Politikverständnis ist hier wenig zu holen, deshalb setzt Zinggl auch ganz auf die Betreuung der reichlich vorhandenen "creative industries"-Klientel. Dennoch ist die Konkurrenz groß: Für die SPÖ kandidiert Europasprecher Cas-par Einem, für die ÖVP Kulturstaatssekretär Franz Morak. Beim letzten Mal fehlten den Grünen nur 2000 Stimmen auf das Direktmandat. (tó/DER STANDARD Printausgabe, 21. Juli 2006)

  • Zinggl, Spitzenkandidat in Wien-Innen-West: Plastik statt Jute.
    foto: standard

    Zinggl, Spitzenkandidat in Wien-Innen-West: Plastik statt Jute.

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