Nackte mumifizierte Frauenleiche: Lebensgefährte in Hotel aufgespürt

23. Juli 2006, 18:37
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Kein Fremdverschulden festgestellt - Lebensgefährte hatte "Begräbnis" für die Frau angekündigt

Wien - Eines natürlichen Todes dürfte jene Wiener Pensionistin gestorben sein, deren nackter, stark verwester Körper von WEGA-Beamten am Donnerstagnachmittag in einer Wiener Wohnung in Leopoldstadt gefunden wurde. Der Lebensgefährte der 63-Jährigen hatte zuvor ihr Begräbnis angekündigt. "Die Obduktion hat ergeben, dass kein Fremdverschulden vorliegt", sagte Oberstleutnant Karl Kmoch von der Kripo. Auf Grund der Spuren dürfte die Frau Rotwein und Medikamente konsumiert haben.

"Es gibt keine besondere Todesursache", berichtete der Ermittler. Der 54-Jährige Lebensgefährte, der in der Nacht auf Freitag in einem Hotel am Praterstern aufgespürt wurde, sei nun nicht mehr tatverdächtig und könne "sein Erbe antreten".

Nicht in die Wohnung gekommen

In den Einvernahmen hatte der Mann angegeben, die Frau am 1. Juli zuletzt gesehen zu haben. Er habe die Wohnung gegen 10.00 Uhr verlassen. Seine Partnerin habe zu diesem Zeitpunkt einen Bademantel getragen und sei vor dem Fernseher gesessen. Gefunden wurde die 63-Jährige später nackt auf einem Küchensessel sitzend.

Am Nachmittag des 1. Juli kam er zurück seine Lebensgefährtin machte ihm die Wohnungstür jedoch nicht auf. So etwas sei immer wieder vorgekommen, habe der 54-Jährige berichtet. Schlüssel besaß der Mann keine.

Wochenlang nicht erreicht

Der schlechte Gesundheitszustand der Frau soll dem Wiener Sorgen bereitet haben. Als der Lebensgefährte die Pensionistin wochenlang nicht erreichte, erzählte er Bekannten, sie sei an einer Lungenembolie im Krankenhaus verstorben. Für Donnerstag vormittag hatte der Wiener 20 Bekannten das Begräbnis der Frau am Friedhof Sievering angekündigt.

Einem der Trauergäste sei es "spanisch" vorgekommen, dass die Beerdigung kurzfristig abgeblasen worden war - er hat am Donnerstag die Polizei alarmiert. Dadurch war die Amtshandlung ins Rollen gekommen. (APA)

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