Mikrokapseln schmuggeln Inhalt in Tumorzellen

23. Juli 2006, 14:00
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Freisetzung durch Laserimpuls - weitere Arbeiten an der Steuerung der Kapseln

Potsdam - Um die Wirksamkeit von Medikamenten zu erhöhen, haben Wissenschaftler des Potsdamer Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung und der Ludwig-Maximilian-Universität München Mikrokapseln in Tumorzellen eingeschleust und ihre Inhalte mit einem Laserimpuls freigesetzt. Die Forschungserkenntnisse sollen es ermöglichen, wuchernde Tumorzellen zu zerstören, ohne gesundes Gewebe anzugreifen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie".

Die Wissenschaftler haben eine fluoreszierende Substanz gezielt in winzige Kapseln verpackt, in die Krebszellen geschleust und mit einem Laserimpuls wieder ausgepackt, indem das Laserlicht die Polymerhüllen aufheizte und so ihre Moleküle aufbrach. Der leuchtende Stoff hat sich dadurch in der Zelle verteilt und konnte mit einem Lichtmikroskop verfolgt werden. Bevor die Mikrokapseln in die Tumorzellen geschleust werden können, müssen die Wissenschaftler zukünftig aber noch die Steuerung der Mikrokapseln koordinieren können. Dazu müsse man zuvor auf den Kapseln Merkmale anbringen, die nur die Zielzellen erkennen, damit die Mikrokapseln dann nur durch diese Zellen gelangen, so die Forscher.

Bisher haben die Wissenschaftler die Methode nur an isolierten Tumorzellen erprobt, prinzipiell lassen sich aber auch Wirkstoffe im Körper freisetzen, erklären die Wissenschaftler. Neben dem thermischen Öffnen haben sie außerdem einen Weg gefunden, um die Kapseln stabiler zu machen, indem sie die neu gebildeten Mikrokapseln leicht erhitzen, wobei der Durchmesser der Hohlkugeln schrumpft. Gleichzeitig lagern sich die Moleküle in ihrer Hülle enger aneinander, so dass die Kapselwände dicker werden und ihren Inhalt sicherer bewahren. (pte)

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