Vom Alter lernen, von der EU gefördert

23. Juli 2006, 20:44
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Unternehmen sind aufgerufen, Projekte zum Thema Generations- und Altersmanagement einzureichen

Seit zwei Jahren läuft das Projekt "Wage" - Winning Age. Getting Future! - der Arbeiterkammer Oberösterreich und der Wirtschaftskammer Oberösterreich mit 25 Partnerorganisationen. Ziel ist, dass sich Arbeitnehmer auch mit zunehmendem Alter wohl fühlen, im Betrieb sinnvoll eingesetzt werden und ein Wissenstransfer zwischen den Generationen stattfindet.

Förderung der EU-Kommission

Die Projektkoordinatorin Dr. Edith Konrad informiert über das Projekt: "Wir haben ein Konzept dieser Partnerschaft ausgearbeitet und bei der Europäischen Kommission eingereicht. So bekamen wir die EU- Förderung und werden zusätzlich vom Land Oberösterreich kofinanziert."

Zustandekommen der Kooperationen

"Wir haben die Firmen einfach angesprochen und gefragt, wer sich vorstellen könnte, so ein Pilotprojekt in Betrieb zu nehmen. Inzwischen nehmen fünf Betriebe teil. Jeder hat sein eigenes Projekt mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Darunter fällt zum Beispiel das Vermitteln zwischen unterschiedlichen Generationen von Arbeitnehmern und lebenslanges Lernen, also wie kann man ältere Beschäftigte motivieren an Weiterbildungen teilzunehmen", informiert Konrad.

Altersdurchschnitt der Arbeitnehmer wird rasant ansteigen

Das E- Werk Wels ist einer der Betriebe, der sich am Projekt beteiligt. Als Grundlage des Firmen-Projekts nennt ein Sprecher des E- Werks Ergebnisse neuester Studien, welche bis ins Jahr 2020 einen rasanten Anstieg der 55- bis 64-jährigen Erwerbstätigen prognostizieren. Gleichzeitig wird die Zahl der jungen Erwerbstätigen sinken. Vorausplanende Betriebe fingen daher jetzt schon an, in die Ausbildung ihrer Angestellten zu investieren.

Präventivmaßnahmen setzen

Der Projektkoordinator des E- Werks Wels erläutert den Schwerpunkt: "Das Thema ist 'älter werdende Arbeitnehmer'. Es geht darum, schon Präventivmaßnahmen zu setzen, auch für jüngere Arbeitnehmer. Wir überlegen außerdem, wie wir die Mitarbeiter einbinden, damit sie am Ende der Arbeitstätigkeit keine manuellen Tätigkeiten mehr, sondern geistige Arbeiten verrichten. Wenn die Mitarbeiter erst einbezogen werden, wenn sie kurz vor der Pension stehen, können keine Präventivmaßnahmen gesetzt werden."

Unternehmen sind aufgerufen neue Projekte einzureichen

Mit 2007 beginnt die neue Strukturfördungs-Periode EU-weit. Die Programme für die nächsten Jahre stehen noch nicht fest. Daher ist es möglich, dass sich Betriebe mit Projektvorschlägen an die Arbeiterkammer Oberösterreich wenden. "Die Firmen sind herzlich eingeladen. Es muss darauf geachtet werden, dass das Unternehmen so gestaltet wird, dass alle Generationen gut eingesetzt und ihre Fähigkeiten sinnvoll genutzt werden. Die Arbeitsbedingungen sollten so geschaffen werden, dass jeder seinen besten Platz im Unternehmen findet", erläutert Konrad grob die Voraussetzungen für die Projekte.

Minerva Award und Wanderausstellung

Für Betriebe, die bereits an einem Projekt zum "Altersmanagement" teilnehmen, besteht die Möglichkeit, sich noch bis Ende Juli für den Minerva Award zu bewerben. Die Preisverleihung findet im Oktober statt. Weiters wird die Wanderausstellung "Älter werden - Zukunft haben" bis Oktober in 13 oberösterreichischen Bezirken jeweils für ca. drei Wochen gezeigt werden. Dabei wird der demografische Wandel unserer Gesellschaft skizziert und gezeigt, wie national und international mit den prognostizierten Veränderungen umgegangen wird. (jus)

  • Bei der Lindenstraße wirds vorgemacht: Lernen bis ins Alter stärkt das Selbst­vertrauen und erhöht das Wohl­befinden.

    Bei der Lindenstraße wirds vorgemacht: Lernen bis ins Alter stärkt das Selbst­vertrauen und erhöht das Wohl­befinden.

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