Peking: Chinese zündet sich auf Tiananmen-Platz an

21. Juli 2006, 09:36
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53-Jähriger hatte angeblich keinen Lohn bezahlt bekommen

Peking - In der chinesischen Hauptstadt Peking hat sich ein 53-jähriger Mann angezündet, weil ihm angeblich sein Lohn nicht ausbezahlt worden war. Der Mann aus der ostchinesischen Provinz Jiangsu habe sich Donnerstag früh auf dem Platz des Himmlischen Friedens mit Benzin übergossen und angezündet, teilte die Polizei mit. Er habe in einem "finanziellen Streit" mit einer Baufirma in der Provinz Hubei gehabt. Wachleute auf dem Tiananmen-Platz hätten die Flammen erstickt und den Mann ins Krankenhaus gebracht; sein Leben sei nicht in Gefahr.

SChwer verletzt

Das Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie in Hongkong teilte dagegen mit, der 53-Jährige habe schwere Brandverletzungen erlitten. "Die Ärzte kämpfen um sein Leben." Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hatte zuvor unter Berufung auf die Polizei gemeldet, der Mann sei aus Hubei nach Peking gekommen, um an höherer Stelle um Hilfe zu bitten, nachdem ihm sein Lohn wiederholt nicht ausgezahlt worden sei.

Auf dem Tiananmen-Platz hatten chinesische Studenten und Menschenrechtler vor 17 Jahren für mehr Demokratie demonstriert. Die Regierung ließ die Kundgebungen am 4. Juni 1989 blutig niederschlagen, dabei kamen hunderte, möglicherweise sogar tausende Menschen ums Leben.(APA/AFP)

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