Heimische Stromfirmen sehen keine Gefahr für Stromversorgung

25. Juli 2006, 09:11
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Thermische Kraftwerke auf vollen Touren - Klimaanlagen treiben Stromverbrauch nach oben

Die Hitze bringt für Österreich derzeit keine Probleme in der Stromversorgung, heißt es aus den Stromfirmen. Die Wasserkraftwerke produzieren auf Grund der niedrigen Wasserführung der Flüsse zwar deutlich weniger, die thermischen Kraftwerke laufen dafür auf vollen Touren. In den Spitzenzeiten würden auch deutliche Zuwächse beim Stromverbrauch verzeichnet. Grund für höhere Stromverbräuche dürften vor allem vor allem Klimaanlagen sein. Der Spitzenverbrauch beim Strom liegt in Österreich aber nach wie vor im Winter.

Die Wasserführung der Flüsse in Österreich liegt derzeit um rund ein Viertel unter dem Normalwert, die Wasserkraftwerke erzeugen rund ein Fünftel weniger, hieß es aus dem Verbund heute, Donnerstag, zur APA. In Österreich sei man in der glücklichen Lage, über Speicherkraftwerke zu verfügen. Zudem profitiere man vom hydrothermischen Verbund, also der Kombination von Wasserkraft- und kalorischen Kraftwerken, wird von den Stromfirmen betont.

Schwierigkeiten mit dem Kühlwasser möglich

Probleme beim Kühlwasser der thermischen Kraftwerke, wie es sie etwa in Deutschland bei einzelnen Anlagen bereits gibt, treten in Österreich derzeit noch nicht auf, heißt es aus den Energieversorgungsunternehmen (EVU). Sollte die Hitze in den nächsten Tagen allerdings anhalten, seien Schwierigkeiten mit dem Kühlwasser nicht auszuschließen. Die thermischen Kraftwerke liefen dann mit einem geringeren Wirkungsgrad.

In den Spitzenzeiten dürften auf Grund von Klimaanlagen rund 20 bis 30 Prozent mehr Strom verbraucht werden, schätzt die EVN. In Wien werden an einem Hitzetag, verglichen mit einem relativ kühlen Tag mit Temperaturen um die 20 Grad, insgesamt um rund 8 bis 10 Prozent mehr Strom verbraucht, heißt es aus der Wien Energie. Grund dafür dürften vor allem Klimaanlagen und -geräte sein. Statistische Untersuchungen, wie sich Klimaanlagen auf den Stromverbrauch auswirken, gibt es für Österreich derzeit noch nicht, betont die Regulierungsbehörde E-Control. Es handle sich dabei in Österreich verglichen mit anderen Ländern um ein relativ junges Phänomen.

Die Strompreise im europäischen Stromhandel sind in den vergangenen Tagen nach oben geschnellt. Der Großhandelspreis für Grundlast hat sich auf rund 100 Euro je MW verdoppelt, so Händler. Gut bedient sind Energieversorger, die sich rechtzeitig mit eingedeckt haben, so die EVN. Wer jetzt Strom kaufen müsse, kaufe sehr teuer ein. (APA)

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