Studie: Ausbreitung von HIV könnte Indiens Wachstum bremsen

27. Juli 2006, 20:20
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Ökonomische Auswirkungen der Krankheit berechnet

Neu Delhi - Die ungebremste Ausbreitung von HIV und Aids in Indien könnte das starke Wirtschaftswachstum des Landes einer Untersuchung zufolge abschwächen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte das Wachstum in den kommenden Jahren "merkbar weniger" stark ausfallen, als es sonst möglich wäre, hieß es in einem am Donnerstag in Neu Delhi vorgestellten Bericht mit dem Titel "Die makroökonomischen und sektoralen Auswirkungen von HIV und Aids in Indien". Die Studie wurde vom Nationalen Rat für angewandte Wirtschaftsforschung mit Unterstützung der Vereinten Nationen und der Nationalen Aids-Kontrollorganisation erstellt.

Das Wirtschaftswachstum könnte den Berechnungen zufolge über einen 14-jährigen Zeitraum bis 2016 um 0,86 Prozentpunkte oder umgerechnet knapp 190 Milliarden Euro geringer ausfallen. HIV und Aids könnten das Durchschnittseinkommen betroffener Haushalte um 9,24 Prozent verringern. Erhöhte Gesundheitskosten von Privathaushalten und der Regierung könnten zu einer Abnahme von Ersparnissen führen. In Indien leben 5,21 Millionen HIV-infizierte Menschen, so viele wie in keinem anderen Land außerhalb des südlichen Afrikas. Die indische Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren mit jährlich sieben bis acht Prozent das weltweit stärkste Wachstum hinter China verzeichnet. (APA/dpa)

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