GEMA-Gebühren auch für private Podcaster

28. Juli 2006, 15:30
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Vergütungssätze von fünf bis 30 Euro für Erkennungsmelodien

Podcasts schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Immer mehr, vor allem auch nicht kommerzielle Anbieter versuchen ihre Interessen, Themen und persönliche Geschichten über dieses Medium zu verbreiten. Was dabei oft nicht bedacht wird, ist die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Audiodateien, sei es als kurze Erkennungsmelodie oder auch als Ausschnitte verschiedener Titel. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) hat nun zu diesem Zweck ein vorläufiges Vergütungsmodell für nichtkommerzielles Podcasting veröffentlicht.

"Schnelle und unbürokratische Möglichkeit"

"Wir bieten somit allen Podcast-Anbietern eine schnelle und unbürokratische Möglichkeit für die legale Verwendung von Audiodateien", so Hans-Herwig Geyer, Leiter GEMA-Kommunikation, im Gespräch mit pressetext. Die Vergütungssätze liegen zwischen fünf und 30 Euro netto im Monat, je nach Intensität der Musiknutzung. Das Modell gilt jedoch nur für all jene Podcasts, die keinen Gewinn erzielen möchten und höchstens einmal täglich einen maximal 30-minütigen Beitrag veröffentlichen. Für gewerbliches Podcasting bietet die GEMA weiterhin individuelle Lizenzierungen an.

"Wir haben den Markt beobachtet"

Wie viele Registrierungen man sich von Seiten der GEMA in der nächsten Zeit erwartet, wollte Geyer gegenüber pressetext nicht präzisieren, "doch wir haben den Markt beobachtet und glauben, dass sehr viele Personen dieses Angebot nutzen werden." Mit der neuen Möglichkeit will man jetzt zunächst einen Überblick bekommen und den semiprofessionellen und Amateurmarkt erfassen, erläutert Geyer, "ähnlich wie dies vor einiger Zeit bei den boomenden Internet-Radios der Fall war."(pte/red)

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