Kultusgemeinde fordert Sanktionen gegen Iran

21. Juli 2006, 22:53
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Muzicant warnt vor "Flächenbrand" in Nahost - EU soll Stellvertreterkrieg beenden

Wien - Um die Gewalt im Nahen Osten zu stoppen, fordert der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, Sanktionen gegen den Iran und Syrien. "Die Syrer und Iraner führen Krieg gegen Israel bis zum letzten Libanesen", sagte Muzicant bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien. Europa habe es in der Hand, diese Aggression zu beenden.

Entgegen der 2004 verabschiedeten UN-Resolution 1559, in der die Entwaffnung der Hisbollah gefordert wird, hätten Syrien und Iran die Miliz weiter aufgerüstet. Um die iranische Hilfe für die Hisbollah zu unterbinden, sollte die EU "wirtschaftliche Maßnahmen"gegen beide Staaten ergreifen. Muzicant schlug vor, die Flugverbindungen zwischen der EU und dem Iran auf Eis zu legen. Noch schicke der Iran "nur"Mittelstreckenraketen gegen Israel, in zwei bis drei Jahren möglicherweise Atombomben, warnte der IKG-Präsident.

Die israelische Reaktion auf die Angriffe der Hisbollah hält er trotz der vielen zivilen Opfer im Libanon nicht für unverhältnismäßig. "Was würden wir sagen, wenn innerhalb einer Woche 1500 Raketen auf Graz oder Innsbruck abgeschossen werden?"

Eine nur aus UN-Soldaten bestehende Friedenstruppe in den Libanon zu entsenden, werde Israel nicht akzeptieren. Auch die EU, Ägypten und Jordanien müssten Soldaten schicken. (szi/DER STANDARD, Printausgabe, 21. Juli 2006)

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