Westbahn: Tod von 18-Jähriger geklärt

21. Juli 2006, 17:11
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Oberösterreicherin durch Schiebefenster aus fahrendem Zug geklettert und abgestürzt - Begleiter angezeigt

St. Pölten - Nachdem eine Frauenleiche an der Westbahn in Eichgraben (Bezirk St. Pölten) am 6. Juli gefunden wurde, sind nun die Details dazu bekannt geworden, wie die 18-Jährige aus Wels ums Leben gekommen ist. Demnach war die junge Frau auf der Fahrt nach Wien durch ein Schiebefenster geklettert und abgestürzt. Ihre Begleiter wurden laut Sicherheitsdirektion angezeigt.

Die 18-Jährige war den Ermittlungen zufolge zum Zeitpunkt des Unfalles mit ihrem 20 Jahre alten Ex-Freund aus Linz und einem gleichaltrigen Wiener unterwegs. Alle waren alkoholisiert. Die 18-Jährige wollte ihrem ehemaligen Partner schließlich ihre Treue beweisen und sich aus dem fahrenden Zug hängen. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Die 18-jährige kletterte über die zu einer Liegefläche zusammengeschobenen Sitze und den Klapptisch am Fenster ins Freie. Erst als sie sich mit den Händen am Rahmen anklammerte, hätten die beiden 20-Jährigen sie an den Armen erfasst. Das Mädchen selbst habe versucht, mit den Füßen Halt zu finden. "Durch den Fahrtwind und die Erschütterungen misslang der Rettungsversuch, die 18-Jährige stürzte ab", berichtete die Sicherheitsdirektion.

Die Begleiter der jungen Frau gaben zu Protokoll, dass sie sowohl den Zugbegleiter gesucht, jedoch nicht angetroffen, als auch andere Mitreisende von dem Unfall in Kenntnis gesetzt hätten. Sie seien jedoch wegen ihrer Alkoholisierung und ihres äußeren Erscheinens von den Fahrgästen ignoriert worden. Die Betätigung der Notbremse sei ihnen nicht in den Sinn gekommen, so die Burschen. Eine Anzeige bei der Polizei in Wien hätten sie wegen der Befürchtung unterlassen, dass ihnen ihre Schilderungen nicht geglaubt werden.

Nach der Feststellung, dass sich an der Leiche "keinerlei Abwehrverletzungen befanden und die übrigen Verletzungen typisch für das Sturz- und Aufprallgeschehen sind", hat die Sachverständige laut Sicherheitsdirektion "keine Bedenken auf Fremdverschulden" geäußert. Die Aussagen der Beteiligten stünden mit dem Obduktionsergebnis in Einklang. "Ein Hinauswerfen einer Person in der Statur des Opfers gegen deren Willen ist schon alleine auf Grund der Fensteröffnung nicht denkbar."

Die beiden 20-Jährigen müssen sich wegen Verdacht der Unterlassung der Hilfeleistung bei der Staatsanwaltschaft verantworten. (APA)

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