Harter Job im Körperkreislauf

26. Juli 2007, 12:27
2 Postings

Die Funktionen des Wassers im menschlichen Körper - Besonders wichtig: Aufnahme und Kühlen bei Hitze

Beinahe zwei Drittel des menschlichen Organismus bestehen aus Wasser. Reserven hat er trotzdem keine. Auch bei großen Wasserverlusten durch Schwitzen oder Durchfall hat der Körper im Notfall kein verfügbares Wasser. Auf das Durstgefühl sollte man nicht warten. Es kommt erst, wenn bereits ein Flüssigkeitsmangel besteht.

Wasseraufnahme

Wesentlich für einen konstanten Wassergehalt des Körpers ist eine ausgeglichene Wasserbilanz. Der Wasserzufuhr steht eine gleich hohe Wasserabgabe gegenüber. Die durchschnittliche Wasserzufuhr von ungefähr 2,5 Litern wird vor allem über Getränke und zu einem geringeren Teil auch über feste Nahrung (0,1 bis 0,5 Liter) aufgenommen. Der Wasserbedarf ist auch vom Alter abhängig. Säuglinge und Kinder benötigen im Verhältnis mehr Wasser als Erwachsene. "Das Durstgefühl nimmt im Laufe des Lebens ab", weiß Internist Christoph Pechlaner von der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck.

Transport und Lösung

Ist das Wasser im Körper, dient es als Lösungs- und Transportmittel. Als Bestandteil der Lymphflüssigkeit und des Blutes transportiert Wasser Stoffe und Sauerstoff innerhalb des Körpers und auch aus dem Organismus hinaus. "Die Bewegung der Zellen setzt wasserreiche Flüssigkeit voraus - Kreislauf, Durchblutung der Organe und der gesamte Stofftransport sind davon abhängig. Der Transport erfolgt mit dem Blut in die Organe, aber auch vom Blut durch die Wände der Adern und Venen zu den einzelnen Zellen, zum Beispiel wird Blutzucker transportiert", erklärt Pechlaner. Beim Verdauungsvorgang werden Nährstoffe im Wasser des Körpers gelöst.

Ausscheidung

Ein Erwachsener scheidet in 24 Stunden über zwei Liter über die Nieren in Form von Urin aus. Über die Atemluft und mit dem Stuhl wird ebenso Wasser abgegeben. Die Haut gibt Wasser auch in Form von Schweiß ab und trägt so zur Regulierung der Körpertemperatur bei. Durch Verdunsten an der Hautoberfläche wird dem Körper Wärme entzogen.

Aus dem Körper werden hauptsächlich Stoffwechselendprodukte und Elektrolyte ausgeschieden. Im Urin sind die ausgeschiedenen Stoffwechselendprodukte vorwiegend Ammoniak als Abbauprodukt von Eiweiß, Ketonkörper als Fett-Abbauprodukte und Bilirubin als Abbauprodukt von Leber und Blut. Auch Salze werden über den Urin ausgeschieden - ist im Organismus zuviel Salz enthalten, muss man auch häufiger und mehr urinieren. Über die Haut werden vor allem Salze und Kalium ausgeschieden.

Symptome bei Wasserdefizit

"Von Wassermangel sind vor allem ältere Menschen betroffen", weiß Pechlaner. Sie haben ein deutlich reduziertes Durstgefühl und sind von einer drohenden Austrocknung besonders häufig betroffen. Die unzureichende Versorgung mit Wasser führt zu einer ausgeprägten Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit und verursacht Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Zudem wird die Entstehung verschiedener Erkrankungen der Harnwege, wie die Bildung von Nierensteinen, begünstigt.

Wasserentziehende Getränke wie Kaffee und Alkohol erhöhen die Gefahr der Austrocknung noch zusätzlich. "In Kombination mit zum Beispiel blutdrucksenkenden Medikamenten kann Wasserdefizit auch zu einem Nierenversagen führen. Auch die Eindickung des Blutes, Thrombosen können auftreten", erklärt Pechlaner.

Erhöhter Wasser- und Salzbedarf

Vorwiegend körperliche Anstrengungen mit vermehrter Schweißbildung oder Durchfall führen zu Flüssigkeits- und Salzverlusten. Diese müssen durch eine erhöhe Wasser- und Salzaufnahme wieder ausgeglichen werden. "Man verliert nicht nur reines Wasser sondern auch Elektrolyte, die ersetzt werden sollten. Mineralstoffreiche Nahrungsmittel, zum Beispiel Brot oder Salzgebäck zu sich nehmen", rät der Mediziner. Umgekehrt muss zuviel getrunkene Flüssigkeit durch erhöhte Harnausscheidung ausgeglichen werden.

Bei Hitze: Kühlen

Bei großer Hitze sollte man natürlich mehr trinken, weil man mehr Flüssigkeit durch die Transpiration verliert. Wenn es heiß ist, ist aber auch das Kühlen wichtig, nicht allein das Trinken. "Man sollte mehrmals am Tag duschen, das ist am effektivsten. Das Trinken ist zwar wichtig um den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen, aber zum Kühlen ist Duschen besser geeignet", so der Tipp des Internisten. (mat)

Wieviel trinken?
Eine Faustregel für das Wassertrinken lautet beispielsweise: 30 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Ein Beispiel: Bei 80 Kilogramm Körpergewicht, mindestens 2,4 Liter trinken. Nicht glücklich über diverse Trinkempfehlungen ist hingegen der Mediziner Pechlaner: "Eine pauschale Trinkregel halte ich für wenig sinnvoll. Es zeigt auch, dass die Menschen den Kontakt zu ihren Bedürfnissen ein wenig verloren haben."
Share if you care.