Dürre: Urlauber verschärfen Situation am Mittelmeer

21. Juli 2006, 16:16
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Zunahme des Golf-Tourismus sorgt in den wasserarmen Gebieten für eine Verschärfung der Situation

Wien - Tourismus und Landwirtschaft verschärfen die Situation der Wasserversorgung in den Mittelmeer-Ländern im Sommer. Ein Urlaubsgast verbraucht pro Tag zwischen 300 und 800 Liter, geht aus einem Bericht des WWF hervor. Auf den griechischen Inseln kann der Verbrauch auf das fünf- bis zehnfache des Normalverbrauchs ansteigen. Auf den Balearen werden allein von Touristen bis zu 20 Prozent des Gesamtjahresverbrauchs der Bevölkerung verwendet.

Golf-Tourismus

Die Zunahme des Golf-Tourismus sorgt in den ohnehin wasserarmen Gebieten für eine Verschärfung der Situation. Eine Stadt mit 15.000 Einwohnern könnte mit einem durchschnittlichen Wasserverbrauch einer Golf-Anlage versorgt werden. Die Größe der Golf-Gebiete nimmt jedoch weiter zu: In Spanien gibt es derzeit 276 Plätze und 150 neue Areale sind in Planung.

Bweässerte Gebiete

Die Landwirtschaft ist mit einem Anteil von 65 Prozent der größte Wasser-Verbraucher in den mediterranen Ländern. In Südeuropa und Nordafrika betragen die Anteile sogar bis zu 80 Prozent. Nur in Frankreich und den östlichen Länder an der Adria sind Anbau und Viehzucht nicht die Hauptnutzer.

Der Verbrauch für Anbau und Viehzucht hat durch einen Zuwachs bei den bewässerten Gebieten zugenommen. Dieser Trend dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen. Von 1961 bis 2000 hat sich betroffenen Fläche auf 20,5 Hektar verdoppelt. Besonders in der Türkei und in Spanien wurden Anstiege verzeichnet. Italien konnte die Areale in den vergangenen 20 Jahren allerdings reduziert werden.

Uneffiziente Bewässerungs-Methoden

Problematisch ist vor allem die Bewässerung von Anbauflächen, bei der in vielen Fällen uneffiziente Methoden wie Überflutungen verwendet werden, so der WWF. In der Türkei werden 88,5 Prozent der Flächen durch Überflutungen versorgt. Nur etwa drei Prozent verwenden eine Ressourcensparende Tröpfchenbewässerungen. Grund dafür ist unter anderem das fehlende Wissen und Verständnis der Bauern, die vor allem Glashaus-Gewächse und "durstige Pflanzen" wie Baumwolle, Zucker oder Reis anbauen.

Betroffen von diesem Problem ist zum Beispiel Griechenland: In der Hochsaison werden 87 Prozent des Wassers für Landwirtschaft, insbesondere Baumwolle, verwendet. Mit der Überflutungs-Technik müssen für ein Kilogramm dieser Pflanze bis zu 20.000 Liter Wasser eingesetzt werden. Durch eine Tröpfchen-Bewässerung könnten 7.000 Liter gespart. Dennoch würde der Verbrauch auch mit dieser Maßnahme sieben Mal höher sein als der Bedarf für die Erzeugung von einem Kilo Weizen. (APA)

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