Kolportiert: 700 Stellen bei Generali in Österreich gefährdet

26. Juli 2006, 12:55
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Die Versicherung plant laut Medienberichten den Abbau von 700 Mitarbeitern - Zahlen sind aus der Luft gegriffen sagt das Unternehmen

Wien - Die Generali-Versicherung plant im Zuge der Konzern-Umstrukturierung den Abbau von 700 Mitarbeitern, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Format" in seiner aktuellen Ausgabe. Diese Zahl wird von der Generali nicht bestätigt: "Völlig aus der Luft gegriffen", sagte ein Sprecher der Generali in Wien am Donnerstag zur APA , "die Berechnungsgrundlage ist uns unbekannt."

Keine Beschlüsse

Im Zusammenhang mit einem etwaigen Mitarbeiterabbau gebe es keine Beschlüsse, so der Sprecher weiter. Es gebe aber Überlegungen zu neuen Geschäftsmodellen, die mit dem Betriebsrat beschlossen werden sollen. Bis dato habe aber der Betriebsrat konstruktive Gespräche abgelehnt. Die bisherige Umstrukturierung der Generali sei sehr sozial gehandhabt worden.

Wie das Magazin weiter berichtet, sollen laut einem internen Arbeitspapier mit dem Titel "Move on" der Boston Consulting Group die neun Regionaldirektionen der Versicherung auf reine Verkaufsstellen reduziert werden.

"Die Regionaldirektionen in den neuen Bundesländern werden gestärkt und verstärkt auf Kundenbetreuung und Service ausgerichtet, kundenferne Aufgaben sollen künftig länderübergreifend wahrgenommen werden", meinte der Sprecher. Damit würden bloß Schritte vollzogen, die bei den Mitbewerbern schon längst realisiert worden seien.

Generali-Betriebsrat plant Aktionen

Der Generali-Betriebsrat hingegen plant bereits Aktionen gegen den Stellenabbau. "Wir kämpfen mit einem Aktionstag am 29. Juli anlässlich des Generali Open in Kitzbühel gegen den Personalabbau", kündigte Zentralbetriebsrats-Chef Jürgen Köppl via "Format" an. Bei der für Herbst geplanten offiziellen Beschlussfassung der Boston-Consulting-Vorschläge wolle der Betriebsrat neuerlich protestieren.

Ein strategischer Plan der Generali-Konzernmutter in Italien sehe für die Österreich-Tochter Kosteneinsparungen von 11 Prozent vor. Daraus ergebe sich ein geplanter Personalabbau von 700 Mitarbeitern bei Generali Österreich, so Zentralbetriebsrat Jürgen Köppl auf APA-Anfrage. Seit Wochen werde ein Personalabbau von 700 Mitarbeitern kolportiert, sagte Köppl. Ihm gegenüber habe der Generali-Vorstand diese Zahl bis dato auch weder bestätigt noch abgestritten. Für die einzelnen Bundesländer-Direktionen bedeute dieser Sparplan jedenfalls teilweise herbe Einschnitte: Laut Köppl wäre in Vorarlberg die halbe Belegschaft betroffen, das Burgenland sei komplett von einer Schließung bedroht.

Zick-Zack-Kurs

Wie berichtet denkt Generali Vienna in Österreich über ein neues Geschäftsmodell nach, das die Stärkung der Regionaldirektionen für die Kundenberatung für den Verkauf beinhaltet, wie es Generali Österreich-Chef Karl Stoss beschreibt. Der Betriebsrat sieht darin jedoch eine Abkehr von der langjährigen Strategie "Qualität statt Quantität" und spricht von einem "Zick-Zack-Kurs" der Unternehmensführung.

Zudem sei der Betriebsrat im Vorfeld - wie dies das Gesetz laut Köppl eigentlich vorschreiben würde - in die Verhandlungen nicht eingebunden worden. Im Gegensatz zu den Vorgängern von Stoss sei es mit dem jetzigen Vorstand nicht möglich, Gespräche zu führen, klagte Köppl: "In Italien gibt es eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie. Warum nicht auch in Österreich?", zeigte sich der Betriebsrat verzweifelt.

Derzeit sind in den Generali-Regionaldirektionen rund 3.700 Mitarbeiter beschäftigt, davon entfallen rund 2.400 auf den angestellten Außendienst. Der Rest ist im Innendienst beschäftigt, darunter fallen beispielsweise auch Gutachten oder Schadensbegutachtungen. Insgesamt beschäftigt die Generali in Österreich rund 5.000 Mitarbeiter. (APA)

  • Im Zusammenhang mit einem etwaigen Mitarbeiterabbau gebe es keine
Beschlüsse, heißt es bei Generali. Es gebe aber Überlegungen zu
neuen Geschäftsmodellen, die mit dem Betriebsrat beschlossen werden
sollen.
    foto: a/meyer

    Im Zusammenhang mit einem etwaigen Mitarbeiterabbau gebe es keine Beschlüsse, heißt es bei Generali. Es gebe aber Überlegungen zu neuen Geschäftsmodellen, die mit dem Betriebsrat beschlossen werden sollen.

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