UNHCR: Lage der Flüchtlinge im Libanon kritisch

22. Juli 2006, 22:50
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Sicherer Zugang für Helfer gefordert

Genf/Wien - Für das Flüchtlings-Hochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) ist es entscheidend, dass im Libanon nach der israelischen Militäroffensive sichere Korridore geschaffen werden, um die humanitäre Hilfe zu den Bedürftigen bringen zu können. Allerdings gibt es bisher noch keine Garantien für einen sicheren Zugang zu den Bergregionen, heißt es in einer UNHCR-Aussendung vom Freitag.

Zehntausende von Binnenflüchtlingen, die wegen der israelischen Bombenangriffe Zuflucht in Gebirgstälern außerhalb von Beirut gesucht haben und großteils in Gemeindeeinrichtungen wie Schulen untergebracht sind, kommen in eine kritische Lage, wenn sie nicht bald Hilfe erhalten. Zehntausende haben bei Familien und Freunden Aufnahme gefunden, auch die Aufnahmefamilien werden Unterstützung brauchen, erklärte das UNHCR.

Matratzen werden benötigt

Rund 80.000 Menschen sind derzeit im Aleye-Tal, von ihnen sind 22.000 in Schulen untergebracht. Der Platz ist knapp und die Sanitäranlagen unzureichend. Ganz dringend werden zum Beispiel Matratzen benötigt, teilt das Hochkommissariat mit.

Bisher sind mehr als 100.000 Menschen nach Syrien geflohen, die meisten davon Syrer, die im Libanon gearbeitet haben; an die 700 libanesischen Familien wurden in Schulen untergebracht, wo sie vom syrischen Roten Halbmond betreut werden. Die Kosten des UNHCR-Hilfseinsatzes werden voraussichtlich über 18 Millionen US-Dollar betragen. (APA)

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