Perspektiven für Tiger schaffen

27. Juli 2006, 20:21
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WWF: Der Lebensraum der größten Katzen der Erde schrumpft zunehmend - Strategien zur Rettung vorgestellt

Wien/Frankfurt - Tiger kommen in weit weniger Regionen vor, als bislang angenommen wurde, warnte die Umweltschutzorganisation WWF am Donnerstag unter Bezugnahme auf eine aktuelle Studie. Demnach ist die Zahl der Gebiete, die von den größten Katzen der Erde bewohnt werden, seit 1995 um 40 Prozent zurückgegangen. "Tiger besiedeln jetzt nur noch sieben Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets", erklärte WWF-Artenschützer Roland Melisch. "Aber es ist nicht zu spät. Wir haben vier große Tiger-Landschaften mit je mehr als 500 Tieren gefunden und in ganz Asien 76 Regionen mit zusammen über 1,1 Millionen Quadratkilometern ausfindig gemacht, in denen Tiger eine echte Zukunft haben - falls alle Interessengruppen mitziehen."

Forderungen

Zur Rettung der Tiger fordert der WWF die Umsetzung einer Vier-Punkte-Strategie: Den grenzübergreifenden Schutz der vier großen Tiger-Landschaften und zehn weiterer Gebiete, die Einrichtung von Tiger-Korridoren zur Vernetzung kleiner, isolierter Lebensräume sowie die gezielte Unterstützung der Ausbreitung fortpflanzungsfähiger Tiger. "Parallel müssen wir den Kampf gegen die Wilderei und den Schmuggel mit Tigerteilen ausweiten und dürfen auch nicht vergessen, die Beutetiere des Tigers zu schützen", sagte WWF-Experte Melisch. "Auf uns wartet jede Menge Arbeit."

Der WWF plädierte dafür, als erstes den umfassenden Schutz der vier großen grenzübergreifenden Tiger-Landschaften in Angriff zu nehmen. Diese liegen im russisch-chinesischen Fernen Osten, im Terai-Tiefland zwischen Indien und Nepal, im Namdapha-Manas Wald zwischen Bhutan, Myanmar und Indien sowie in der Tenasserim-Region von Myanmar und Thailand.

Staaten und Arten

Tiger leben noch in 13 Staaten der Erde. Ihre Gesamtzahl wird auf 5.000 bis 7.000 Tiere geschätzt. Verglichen mit 1906 ist dies ein Rückgang um 95 Prozent. Drei Tiger-Arten sind im Laufe des 20. Jahrhunderts ausgestorben, eine vierte wurde seit über 25 Jahren nicht mehr gesichtet. "Die Umsetzung der Vorschläge aus der Studie könnte den Negativ-Trend stoppen", so Melisch.

Studien-Hintergrund

Die Studie ist die umfangreichste wissenschaftliche Untersuchung zum Tigerbestand, die je durchgeführt wurde. Mit Hilfe von Satellitenbildern, 3.000 Informationen zu Tigervorkommen und zur Landnutzung identifizierten über 160 Forscher potenzielle Lebensräume für Tiger. Die Studie ist eine Gemeinschaftsarbeit des WWF und der US-amerikanischen Organisationen Wildlife Conservation Society, Smithsonian's National Zoological Park und Save The Tiger Fund. (red)

Die derzeit laufende Werbekampagne des WWF in Österreich für neue Spender und Spenderinnen soll auch dem Sibirischen Tiger zu Gute kommen. Spenden unter www.wwf.at
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