"Wir sind Amerikaner"

20. Juli 2006, 07:28
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Tausende demonstrieren für mehr Rechte von EinwanderInnen in USA - Fast 100 MigrantInnen in Wüste festgenommen

Chicago - Tausende Menschen haben am Mittwoch in den USA für mehr Rechte von EinwanderInnen demonstriert. Die Teilnehmer der Protestaktion in Chicago riefen zu einem Abschiebestopp für illegal Eingewanderte auf und skandierten "Wir sind Amerikaner". Die Polizei schätzte die Zahl der DemonstrantInnen auf 10.000, die Organisatoren sprachen von 50.000. Die Aktion verlief friedlich, Festnahmen gab es nicht.

In den USA leben schätzungsweise elf Millionen Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Der Kongress in Washington berät derzeit über ein neues Einwanderungsgesetz und ist in dieser Frage gespalten. Eine Kompromissvorlage für ein neues Einwanderungsgesetz war Anfang April im Senat gescheitert.

Fast 100 Migranten in US-Wüste festgenommen

US-Grenzschützer haben indessen an der Grenze zu Mexiko fast einhundert MigrantInnen festgenommen. Die Menschen wurden in der Wüste von Maricopa im US-Bundesstaat Arizona südwestlich der Hauptstadt Phoenix aufgegriffen, wie die örtliche Sheriff-Behörde am Mittwoch mitteilte. 13 der Festgenommenen seien durch den langen Marsch in einem ausgetrockneten Flussbett bei Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius stark erschöpft gewesen.

Sie mussten ins Krankenhaus gebracht werden; die anderen wurden in ein Auffanglager gefahren. Über ihre Nationalität wurde zunächst nichts bekannt. Über die 3100 Kilometer lange Grenze zwischen beiden Ländern versuchen beinahe täglich Menschen, in die USA einzureisen. Jeden Sommer sterben Dutzende von ihnen bei Gewaltmärschen durch die Wüste. (APA/AP)

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