Botschafter Ashbel: Israel will Libanon-Krieg nicht

21. Juli 2006, 07:06
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"Müssen uns gegen Hisbollah verteidigen" - "Iran hat Terrormiliz stark gemacht"

Wien - Israel will nach dem Worten seines Botschafters in Wien, Dan Ashbel, den Krieg im Libanon nicht. "Nur wenn man uns angreift, werden wir nicht flüchten sondern uns verteidigen", erklärte Ashbel Mittwoch Abend in der ZiB 2. Israel sei ein Land von einem Drittel der Größe Österreichs und müsse sich gegen jene wehren, die es von der Weltkarte tilgen wollten.

Zur Frage der Verhältnismäßigkeit der israelischen Angriffe im Libanon sagte der Botschafter, man dürfe nicht die Augen davor verschließen, dass die Hisbollah zahlreiche zivile Ziele in Nordisrael, etwa in Haifa, Nazareth oder Tiberias angegriffen habe. Israel habe auch keine "Offensive" im Libanon gestartet, da es seit sechs Jahren nicht mehr im Land sei.

Hisbollah hat 15.000 Raketen

Ashbel wies die Behauptung zurück, dass die israelischen Angriffe die Hisbollah stärken würden. "Was die Hisbollah stark gemacht hat, ist der Iran", so der Botschafter. Die Hisbollah habe zu Beginn der israelischen Militäroperationen über 15.000 Raketen verfügt. Der Libanon habe entgegen den Forderungen der UNO die Hisbollah nicht entwaffnet und von ihren Stützpunkten an der Grenze zu Israel entfernt.

Als mutig bezeichnete Ashbel die jüngsten Aussagen des libanesischen Drusenführers Walid Joumblatt, der Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah das Recht abgesprochen hatte, eigenmächtig über einen Krieg zu entscheiden. Derartige Stimmen mehrten sich in der arabischen Welt, meinte Ashbel, der seit Februar 2005 sein Land in Wien vertritt.

Zur Dauer der israelischen Militäroperationen wollte sich der Botschafter nicht äußern. Zur Meinung von Experten, sie könnten in zwei Wochen beendet werden, sagte er, bei Prognosen sollte man vorsichtig sein. (APA)

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