Mordermittlungen gegen US-Marine-Infanterist eingestellt

23. Juli 2006, 14:17
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Bei Hausdurchsuchung Verwandten von irakischem Botschafter in USA erschossen

Bagdad - Die amerikanische Marineinfanterie hat die Mordermittlungen gegen einen ihrer Soldaten eingestellt, der bei einer Hausdurchsuchung in Haditha einen Verwandten des irakischen Botschafters in Washington erschossen hatte. Botschafter Samir Sumaidaie hatte den Vorwurf erhoben, sein unbewaffneter 21-jähriger Cousin Mohammed sei am 25. Juni 2005 kaltblütig von dem Soldaten erschossen worden. US-Militärsprecher Major Douglas Powell wies dies am Mittwoch zurück.

Die Ermittler der Marine hätten nach der Befragung von mehr als 40 Zeugen entschieden, dass der Soldat bei der Razzia "in angemessener Selbstverteidigung angesichts der unerwarteten Begegnung mit einem Mann gehandelt hat, der ein (Sturmgewehr vom Typ) AK-47 (Kalaschnikow) auf ihn richtete", hieß es zur Begründung.

Die US-Militärbehörden ermitteln noch in weiteren Fällen von möglichen Übergriffen amerikanischer Soldaten gegen die irakische Zivilbevölkerung. In Haditha nordwestlich von Bagdad sollen US-Marineinfanteristen am 19. November vergangenen Jahres willkürlich bis zu 24 irakische Zivilpersonen getötet haben, nachdem einer ihrer Kameraden bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen war. Bei einem ähnlichen Zwischenfall in Ishaki nördlich von Bagdad sollen bis zu elf Iraker getötet worden sein. Im vergangenen März sollen fünf Soldaten und ein Exsoldat in Mahmudiya südlich der irakischen Hauptstadt eine junge Frau vergewaltigt und denn zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester ermordet haben. (APA/AP)

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