Grünes Licht aus Washington

20. Juli 2006, 16:44
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Israelische Angriffe sollen mit den USA abgesprochen sein

Wo bleibt Condoleezza Rice? Während sich Spitzenpolitiker derzeit im Nahen Osten die Klinke in die Hand geben, macht die US-Außenministerin bis jetzt keinerlei Anstalten, in die Region zu reisen. Wenn es "hilfreich und notwendig"sei, wolle sie das tun, hatte sie gesagt. Das scheint noch nicht der Fall zu sein.

Vielleicht wartet Rice aber auch nur bis zur nächsten Woche ab. Denn die New York Timesberichtete, die USA und Israel hätten vereinbart, dass die Bombardierungen noch ei-ne zweite Woche andauern sollten. Erst dann wolle Rice in die Region reisen, um sich für die Einrichtung einer 19 Kilometer breiten Pufferzone im Südlibanon einzusetzen. Im Gegenzug habe Israel auf die komplette Entwaffnung der Hisbollah als Bedingung für einen Stopp der Angriffe verzichtet.

Auch die britische Tageszeitung The Guardianschreibt, Washington habe Israel grünes Licht für die Bombardierungen gegeben, bis die Infrastruktur der militanten Hisbollah zerstört ist. Um zu verhindern, dass der Konflikt außer Kontrolle gerate, sei aber eine Frist gesetzt worden, meldet das Blatt in Berufung auf Diplomaten, "vielleicht noch eine Woche".

Israelische Medien berichteten von neuen Erkenntnissen westlicher Geheimdienste, wonach die Befehlszentrale der Hisbollah in der iranischen Botschaft in Damaskus untergebracht sei. Dort würden auch Waffenlieferungen aus dem Iran und Syrien an die Hisbollah koordiniert. Auch US-Präsident George W. Bush warf Syrien und dem Iran vor, die Attacken zu unterstützen. "Für mich sieht es so aus, als wolle Syrien in den Libanon zurück."(APA, AFP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 20. 07. 2006)

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