Italien: Immer mehr Überfälle in Ferienwohnungen

20. Juli 2006, 17:31
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Familien werden mit Gas betäubt, gefesselt und beraubt

Rom - Das Salzburger Ehepaar, das während seines Bibione-Urlaubs mit seiner Enkelin in einer Ferienwohnung mit Giftgas betäubt beraubt wurde, ist das jüngste Opfer einer Serie von Überfällen, die an der nördlichen Adria auf Wohnhäuser und Urlauberappartements verübt wurden. Die Taten werden überwiegend von professionellen Banden aus Osteuropa verübt.

Vor zwei Wochen nahm die Polizei in Pordenone einen international gesuchten albanischen Kriminellen fest, der für eine Serie von Überfällen verantwortlich gemacht wird. Der 31-Jährige soll hunderte Wohnungen und Häuser ausgeraubt haben. Er wurde seit fünf Jahren gesucht. Der Verdächtige soll Kopf einer Bande sein.

Die Überfälle in Norditalien sind zu einem Riesenproblem geworden. Familien werden mit Gas betäubt, gefesselt und beraubt. Bei einigen Überfällen wurde festgestellt, dass die Täter zuvor Kokain schnupften. Sie gingen laut Polizei besonders brutal vor. Für ihre Coups suchen sie überwiegend abgelegene Häuser und Wohnungen aus.

Der neue italienische Innenminister Giuliano Amato gab vergangene Woche in einer Rede vor dem Parlament zu, dass das Problem der Überfälle auf Villen rasant zugenommen habe. Nur 38,64 Prozent der Täter wurden in diesem Jahr gefasst, 2004 betrug dieser Prozentsatz noch 30 Prozent. Vor allem rumänische und albanische Banden seien für die Überfälle verantwortlich. Diese sind auch für Drogenhandel, Menschenhandel und Schlepperei verantwortlich. (APA)

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