Israels Botschaft in Wien rechtfertigt Angriffe

20. Juli 2006, 10:09
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"Terrororganisation Hisbollah will Israel vernichten und hat 12.000 Raketen auf uns gerichtet"

Wien - Israel hat über seine Botschaft in Wien den massiven Militäreinsatz im Libanon gerechtfertigt. "Aus Israels Sicht ist Libanon für die derzeitige Situation verantwortlich und muss die Konsequenzen dafür tragen", heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Aussendung. Darin wird zudem verstärkter Druck auf Syrien und den Iran angekündigt.

Israels Einsatz richte sich "nicht nur gegen die unprovozierten Angriffe und die Entführung der israelischen Soldaten, sondern gegen die tatsächliche und konkrete Gefährdung der eine Million israelischen Bürger im Norden Israels", wird in der Aussendung betont. Die "Terrororganisation Hisbollah, die sich der Vernichtung Israels verschrieben" habe und den Süden des Libanon kontrolliere, habe über 12.000 Raketen auf Israel gerichtet und bereits Tausend davon in den letzten Tagen auf Israel abgeschossen.

"Israel bedauert den Verlust von Unschuldigen"

"Israel bedauert den Verlust von unschuldigen Leben. Israel hat keine Zivilisten zum Ziel, ist jedoch gezwungen, bestimmte Maßnahmen gegen die rücksichtslose Terrororganisation Hisbollah zu ergreifen", wird in dem als "Fragen und Antworten" übertitelten Kommunique hervorgehoben. Hätte die Hisbollah nicht eine solche Raketenstaffel aufgestellt, müsste Israel nicht aktiv werden und keine Zivilisten darunter leiden.

Es sei die Verantwortung der libanesischen Regierung ihren Verpflichtungen als souveräner Staat nachzukommen und ihre Kontrolle auf alle Gebiet in ihrer Staatlichkeit auszudehnen, wie auch in den UNO-Resolutionen 425 und 1559 gefordert. Israel habe wiederholt Warnungen ausgesprochen, dass der Libanon die Hisbollah von ihren Stützpunkten an der Grenzlinie entfernen und die Raketenlager ausheben müsse. "Bedauerlicherweise ist Libanon den Aufforderungen der Weltgemeinschaft nicht nachgekommen", weshalb heute das libanesische Volk unter den "Konsequenzen der Tatenlosigkeit ihrer Regierung leiden" müsse.

Druck auf Syrien und Iran solle verstärkt werden

Zudem müsse der Druck auf Syrien und den Iran verstärkt werden, heißt es in der Aussendung weiter. "Die Hisbollah könnte nicht im Libanon operieren, würde sie nicht von Syrien unterstützt werden. Iran, Hauptfinanzier der Hisbollah, gibt Anweisungen und stellt Waffen sowie den Kader der Revolutionsgarde bereit. In jeder Hinsicht ist die Hisbollah lediglich ein Arm des iranischen Djihadregimes."

Es gebe einen sich verstärkenden Konsens in der Internationalen Gemeinschaft, dass der Terror der Jihadisten eine globale Bedrohung sei, der mit Entschlossenheit begegnet werden müsse. "Israel steht im intensiven Kontakt mit ausländischen Regierungen und Weltorganisationen, um den Druck auf diese Regime zu koordinieren und damit zu sichern, dass sie verstehen, dass der Preis, den sie international für die Unterstützung der Terroristen bezahlen, untragbar hoch sein wird." (APA)

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