SOS-Kinderdorf in Beirut geschlossen

20. Juli 2006, 17:31
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Neues Kinderdorf mitten in der Kampfzone - Dramatische Lage auch in Kinderdorf im Gaza-Streifen

Innsbruck/Beirut - Aus Sicherheitsgründen müssen das Beiruter Büro von SOS Kinderdorf und eine SOS-Jugendwohngemeinschaft weiter geschlossen werden. Abseits der allgemeinen angespannten Lage sei auch die Angst unter den SOS-Mitarbeitern groß, erklärte Zeina Allouce, die Leiterin von SOS-Kinderdorf Libanon.

Die Vorräte an Grundnahrungsmitteln und sonstigen wichtigen Gütern seien jedoch vorläufig für alle vier SOS-Kinderdörfer gesichert. Die Jugendlichen der Wohngemeinschaft wurden in anderen SOS-Einrichtungen untergebracht.

Mitten in der Kampfzone

Besonders besorgt sei man über die Lage rund um das SOS-Kinderdorf in Ksarnaba, rund zehn Kilometer nördlich der Stadt Zahle. Das erst im vergangenen Jahr neu eröffnete Kinderdorf befinde sich mitten in einer Kampfzone, alle Verbindungsstraßen seien zerstört, sagte Allouce. Vom Kinderdorf Sferai aus, etwa 15 Kilometer von Saida (Sidon) entfernt, werden 200 Familien, die sich in benachbarte öffentliche Schulen geflüchtet haben, mit Nahrungsmitteln unterstützt.

Dramatisch ist die Lage auch im SOS-Kinderdorf Rafah im palästinensischen Gaza-Streifen. Dieses Kinderdorf sei bereits zum wiederholten Mal von gewaltsamen und kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen, heißt es. Mit den worten "Alle Mitarbeiter hoffen und beten, dass die Situation nicht noch weiter eskaliert" wird der Kinderdorf-Verantwortliche von Rafah, Kamil el Shami, zitiert.

Im Libanon gibt es insgesamt vier SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten und drei SOS-Sozialzentren. (APA)

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