Rebellen lehnen Amnestie-Angebot Russlands ab

19. Juli 2006, 16:51
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Stattdessen weitere Angriffe angekündigt: Vorstoß der Regierung in Moskau solle lediglich tatsächliche Situation in Konflikt verschleiern

Moskau - Die Rebellen in der abtrünnigen russischen Republik Tschetschenien haben ein Amnestie-Angebot entschieden zurückgewiesen und weitere Angriffe angekündigt. Der Vorstoß der Regierung in Moskau solle lediglich die tatsächliche Situation in dem Konflikt verschleiern, wird Separatistenführer Doku Umarow am Mittwoch auf der Internetseite der Rebellen zitiert.

Nach dem Tod des tschetschenischen Rebellenführers Schamil Bassajew in der vergangenen Woche hatte Russland seinen Anhängern faire Verfahren in Aussicht gestellt, falls sie bis Ende des Monats die Waffen niederlegten. Der Chef des russischen Geheimdienstes FSB, Nikolai Patruschew, sprach von einer "Chance zur Rückkehr in ein Leben in Frieden" für die Rebellen. Das Parlament solle noch während der Sommerpause zusammenkommen, um die Amnestie zu beschließen.

"Die Streitkräfte der Tschetschenischen Republik sind so organisiert und motiviert wie nie zuvor", erklärte dagegen Umarow, dessen Bewegung sich mit islamistischen Rebellen zusammengetan hat, um im ganzen Nordkaukasus aktiv zu werden. Über wie viele Kämpfer die Separatisten verfügen, ist unklar. Nach russischer Darstellung sind sie auf wenige versprengte Grüppchen reduziert. Bei Überraschungsangriffen töten sie aber immer wieder russische Soldaten und Polizisten.

Der moskautreue tschetschenische Regierungschef Ramsan Kadyrow hatte am Dienstag gesagt, 13 von Umarows Kämpfern hätten sich an ihn gewandt, um sich zu ergeben. Russische Medien zeigten sich dagegen skeptisch. Die Zeitung "Kommersant" zählte sechs frühere Amnestien auf. Bei der 2003 verkündeten hätten sich nur 171 Rebellen ergeben. (Reuters)

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