Roboter sollen die Welt mit unseren Augen sehen

22. Juli 2006, 19:00
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EU-gefördertes Projekt widmet sich den Abläufen der Wahrnehmung - und einer möglichen technischen Nachahmung

Tübingen - Forscher des Tübinger Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik entwickeln entscheidungsfähige Robotersysteme, um die Wahrnehmung von Lebewesen besser zu verstehen. Das Bayesian Approach to Cognitive Systems (BACS), Bayes Theorem genannt, dient als künstliches Wahrnehmungssystem, das im Alltag komplexe Aufgaben übernehmen könnte. Gefördert wird das Projekt durch die Europäische Kommission mit 7,5 Mio. Euro.

Die Wissenschaftler entwerfen Modelle zur Gesichts- und Körperbewegung, die auf Wahrnehmungsexperimenten mit Versuchspersonen basieren. Die Entwicklung neuer 3D-Animationstechnologien soll dabei helfen zu verstehen, wie Menschen die Gesichtsmimik erkennen. Mit Hilfe der Forschungsergebnisse sollen Roboter zukünftig ihre Umgebung analysieren, Wissen situationsbezogen akquirieren, Daten interpretieren und gemeinsam mit dem Menschen Entscheidungen treffen können.

Eine konkrete Umsetzung der Robotersysteme könnte ein Fahrerassistent für Personen- und Lastwagen sein. Dieser würde mit Kontrollfunktionen und Fahrerstrategien mehr Sicherheit bieten. Außerdem sind dreidimensionale Modelle zur Überwachung von Strukturveränderungen in Gebäuden, Steilhängen, Bergbauminen oder Starkstromleitungen möglich. Die Systeme könnten ebenfalls zur Inspektion und Überwachung für Großunternehmen wie der Auto- und Mobiltelefonbranche sowie in Nischenmärkten wie der medizinischen Betreuung nützlich sein.(pte)

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