Lebensabend in Schweden

21. Juli 2006, 15:48
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Brigitte Bardot hat genug von der französischen Unsensibilität

Stockholm - Mit 70 Jahren hat Frankreichs Ex-Filmdiva Brigitte Bardot die Nase voll von ihrer Heimat: In einem am Mittwoch veröffentlichten Brief am Schwedens Ministerpräsident Göran Persson denkt Bardot laut darüber nach, ihren Lebensabend in Schweden zu verbringen. Die engagierte Tierschützerin begründete dies damit, sie fühle sich der "schwedischen Sensibilität viel näher als der französischen Unsensibilität".

Anders als Greta Garbo, die Schweden verlassen und ihren Lebensabend in den USA verbracht habe, "werde ich deswegen vielleicht Frankreich verlassen und meinen Lebensabend in Schweden verbringen".

Den Groll des einstigen Sexsymbols zog sich Frankreich durch das Vorgehen der bürgerlichen Regierung in Paris zu: Diese hatte im Juni auf EU-Ebene ihr Veto gegen ein schwedisches Gesetzesvorhaben eingelegt, das auf Schwedens Nerzfarmen mehr Tierschutz durchsetzen sollte. Der Tierschutzorganisation Djurens Rätt zufolge werden allein in Schweden jährlich 1,3 bis 1,4 Millionen Nerze getötet, um aus ihren Fellen Pelzmäntel und andere Kleidungsstücke zu machen. Nach dem Veto könnte das schwedische Parlament das Vorhaben theoretisch nach der Sommerpause wieder aufgreifen; im September stehen Wahlen an, die Perssons Regierung und damit auch das Gesetz zu Fall bringen könnten.

Ihr eigenes Image und ihr "internationales Renommee" seien "stets mit Frankreich verbunden gewesen", schrieb Bardot dem schwedischen Regierungschef. Doch nun schäme sie sich ihrer Regierung - und sie schäme sich auch, Französin zu sein "und in meinem eigenen Land nicht gehört zu werden".(APA)

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    Brigitte Bardot

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