31. Juli 2006, 12:18
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Der deutsche Axel Springer Verlag plant eine französische Ausgabe seiner "Bild"-Zeitung nunmehr angeblich für Herbst kommenden Jahres. Das meldete das "manager magazin" am Mittwoch im voraus aus seiner jüngsten Ausgabe.

Eine endgültige Entscheidung über das hundert Millionen Euro schwere Projekt soll dem Bericht zufolge im Laufe des Jahres fallen; sie hängt demnach noch davon ab, ob Springer-Auslandsvorstand Andreas Wiele mögliche Probleme bei Druck und Vertrieb des Boulevard-Blattes klären kann. Der Verlag habe zu den Informationen keine Stellung nehmen wollen, berichtete das Magazin weiter.

Remy Dessarts als Chefredakteur vorgesehen

Springer-Chef Mathias Döpfner hatte im März erklärt, in Frankreich gebe es möglicherweise eine Marktlücke für eine Tageszeitung mit Boulevardanstrich, zumal der französische Journalismus bisher eher staatstragend sei. Nach Informationen des "manager magazins" ist der Geschäftsführer von Axel Springer France, Remy Dessarts, als Chefredakteur vorgesehen. Mit einem Team, zu dem der bisherige Chef der französischen Gratiszeitung "Metro", Didier Pourquery, zähle, soll Dessarts demnach in einigen Wochen dem Springer-Vorstand zunächst eine Probeausgabe (einen so genannten Dummy) vorlegen.

Schweden und Norwegen mit Gratiszeitungen

Springer wäre der erste ausländische Zeitungsverlag, der im großen Stil auf den französischen Markt für Kaufzeitungen geht. Die aus Schweden stammende kostenlose "Metro" gibt es in Frankreich seit 2002. In mehreren Großstädten ist auch der norwegische Schibsted-Verlag mit dem morgendlichen Gratis-Blatt "20 Minutes" vertreten. Die französische Mediengruppe Bolloré startete mit "Directsoir" gerade eine kostenlose Abendzeitung. (APA/AFP)

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