Verlorene Generation

9. Oktober 2006, 14:54
1 Posting

Für die CNN-Dokumentation "Where Have All the Parents Gone?" reiste Chefkorrespondentin Christiane Amanpour nach Kenia

Der elfjährige Mukthar ist in seinen Gedanken immer bei seinem Vater, liebevoll wischt er dem sterbenden Mann Schweiß vom Gesicht. Weiß er, dass er seinem eigenen Schicksal entgegenblickt?

Für die CNN-Dokumentation "Where Have All the Parents Gone?" reiste Chefkorrespondentin Christiane Amanpour nach Kenia. Jedes Jahr infizieren sich dort bis zu 40.000 Neugeborne mit HIV, meist über die Muttermilch. Für die mehr als eine Million Aidswaisen in Kenia gibt es keine ausreichende Hilfe.

Ein Hoffnungsschimmer ist Khadija Rama. Sie leitet von Unicef unterstützte Projekte. Jedes Monat teilt sie zehn Kilo einer Nahrungsergänzung an Hungernde aus. "Diese Nahrungsergänzung kann aber nichts ergänzen. Sie ist die Hauptnahrung und reicht nur für etwa eine Woche", sie. Der Aidstest ist gefürchtet. "Denn was dann? Man kennt zwar den Status der Kinder. Es gibt aber nicht genug Nahrung oder Wasser um auf ihre Bedürfnisse einzugehen."

Amanpour wirkt in den Gesprächen betroffen. Ihre zahlreichen Goldarmreifen erscheinen allerdings fast ironisch im Dialog mit verhungernden Menschen. Ihre nüchtern beigesteuerten Kommentare könnten zu jeder x-beliebigen Wirtschaftskrise passen. Die Reportage schafft es jedoch, dem Zuschauer klarzumachen, dass hier täglich um individuelle Leben gekämpft wird. Der Rest der Welt stellt sich taub. Wer den Film vergangenen Mittwoch versäumt hat: Wiederholungen folgen kommenden Samstag um 8 und 16 Uhr sowie Sonntag um 8 und 21 Uhr. (kats/DER STANDARD; Printausgabe, 20.7.2006)

Share if you care.