Grasser klagt Kogler und prüft Klage gegen Pilz

19. Juli 2006, 17:36
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Finanzminister: Wegen "niveaulosen und beleidigenden Vergleichs mit der Cosa Nostra"

Wien - Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat im Zusammenhang mit seinem umstrittenen Segeltörn an der Küste Kroatiens auf der Yacht des Bankiers Julius Meinl Klage gegen den Grünen Abgeordneten Werner Kogler eingereicht. Außerdem lässt Grasser eine Klage gegen den grünen Abgeordneten Peter Pilz prüfen. In einer Aussendung begründet Grasser den Schritt mit dem "niveaulosen und beleidigenden Vergleich" von Kogler "mit der Cosa Nostra". Der Finanzminister wirft Pilz wiederum "wiederholte Falschaussagen" vor.

Am Mittwoch hatte Pilz neue Vorwürfe gegen Grasser erhoben. So habe es laut Pilz sehr wohl im Gegensatz zu Grassers Aussagen weitere Einladungen von Banken gegeben. So etwa einen Testflug mit einer "Falcon 2000" nach Venedig und retour auf Einladung der Meinl Privat Bank, den diese auch bestätigt habe. Die Meinl-Bank selbst dementierte aber die Darstellung von Pilz in Sachen Flug nach Venedig.

Bank bestätigt Einladung

Pilz will außerdem auch von einer Einladung der Constantia Privatbank nach St. Moritz im März 2003 wissen, "alles parlamentarisch dokumentiert". Sein Resümee: "Grasser hat sich immer wieder von Banken einladen und aushalten lassen." Die Constantia Privatbank hat am Mittwoch bestätigt, Grasser im Zusammenhang mit einem Vortrag zu einer Übernachtung in St. Moritz eingeladen zu haben.

Noch am Dienstag hatte Grasser behauptet, keine weiteren Einladungen einer österreichischen Bank oder Versicherung angenommen zu haben. Das entsprechende Zitat von der Grasser-Pressekonferenz am Dienstag im Wortlaut: "Ich habe keine weitere Einladung einer österreichischen Bank oder Versicherung oder sonst was angenommen, darf Ihnen sagen, dass ich sehr viele Einladungen absage, weil ich mir selbstverständlich ganz genau anschaue, ist es mit meinem Amt und der Verantwortung des Amtes zu vereinbaren, dass man sich von wem wozu einladen lässt."

Kogler hatte zuletzt die Methoden Grassers mit der Mafia-Organisation Cosa Nostra verglichen: Immer leugnen, bis etwas bewiesen ist. (APA)

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