Ferrero-Waldner prangert Frauenhandel an

15. Juni 2000, 15:49

Jährlich werden rund 200.000 Frauen aus Mittel- und Osteuropa verschleppt

Wien - In ihrer Eigenschaft als OSZE-Vorsitzende hat Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) am Donnerstag den Frauenhandel als "besonders heimtückische Form von Gewalt" verurteilt. "Menschenrechtsverletzungen und massive Unterentwicklung verbinden sich zu einer besonders heimtückischen Form von Gewalt gegen Frauen im Frauenhandel, vor allem zum Zweck sexueller Ausbeutung. Laut Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration werden jedes Jahr ungefähr 200.000 Frauen aus Mittel- und Osteuropa verschleppt und ins Ausland verschifft", erklärte Ferrero-Waldner einer Aussendung zufolge vor dem Ständigen Rat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in Wien.

Maßnahmen gefordert

Menschenhandel sei "eine der drängendsten und vielschichtigsten Menschenrechtsfragen" in der OSZE. Der Menschen- und insbesondere Frauenhandel sei mehrfach im OSZE-Zusammenhang thematisiert worden. Anläßlich des OSZE-Gipfeltreffens in Istanbul im November letzten Jahres seien die Staats- und Regierungschefs übereingekommen, Maßnahmen zu setzen, um der Gewalt gegen Frauen und Kinder ebenso wie sexueller Ausbeutung und allen Formen des Menschenhandels ein Ende zu setzen, erläuterte Ferrero-Waldner.

Tagung der Menschlichen Dimension

Am 19. Juni organisiert der OSZE-Vorsitz eine umfassende Tagung der Menschlichen Dimension. Ziel ist es, die Rolle der OSZE im Kampf gegen den Menschenhandel zu verstärken. Dabei soll die Koordination nationaler Strategien ebenso wie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft diskutiert werden. Eröffnungsredner sind unter anderem Erhard Busek, Koordinator der South East European Cooperative Initiative (SECI), Helle Degn, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, und Patsy Sorenson, Mitglied des Europaparlaments, Berichterstatterin für den Kampf gegen den Frauenhandel. (APA)

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