Disneys Filmsparte soll profitabler werden

25. Juli 2006, 12:19
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Konzentration auf weniger Filme - Abbau von 20 Prozent der Arbeitskräfte

Los Angeles - Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney will seine Filmsparte durch eine Konzentration auf weniger Filme und den Abbau eines Fünftels der Stellen profitabler machen. Auch ein Führungswechsel bei der Filmproduktion und eine Stärkung der Marke Disney ist Teil der Umstrukturierung, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Disney hatte mit seinem Film-Geschäft zuletzt vier Quartale in Folge keine Gewinnsteigerung erzielt.

Den Plänen zufolge sollen künftig etwa zehn Filme pro Jahr unter der Marke Disney und zwei bis drei unter dem Label Touchstone produziert werden. Bisher lag die Gesamtzahl bei 14 bis 18 Produktionen, die sich gleichmäßiger auf beide Vertriebsmarken verteilten. Das Label Disney soll von Filmen ohne Altersbegrenzung auf Produktionen mit einer US-Freigabe ab 13 Jahren erweitert werden, während Streifen für ein älteres Publikum auf Touchstone beschränkt bleiben.

Abbau eines Fünftels der Stellen

Weltweit sollen bei den Disney-Studios im Laufe der kommenden Monate rund 650 Stellen wegfallen. Außerdem wird die Produktionschefin Nina Jacobson durch den bisherigen Marketingleiter Oren Aviv abgelöst. Jacobson war seit 1998 für die Filmproduktion und die Entwicklung von Spielfilmen verantwortlich gewesen und gilt als treibende Kraft hinter Kassenschlagern wie "Fluch der Karibik" und "The Sixth Sense".

Mehr Geld für große Filme wie "Fluch der Karibik"

Der Chef der Disney-Filmsparte, Dick Cook, hatte sich laut Interview-Äußerungen seit mehr als einem Jahr mit Überlegungen für die Umstrukturierung getragen. Grund sei die Beobachtung gewesen, dass das Unternehmen den Anschluss an das zunehmend internationale Filmgeschäft verloren habe, sagte er. Das von Branchenbeobachtern auf 450 Mio. Dollar (359 Mio. Euro) geschätzte Gesamtbudget für Filmproduktionen werde unverändert bleiben. Damit stehe mehr Geld für große Filme wie "Fluch der Karibik" und "Die Chroniken von Narnia" zur Verfügung, es würden aber auch weiterhin Filme mit mittleren und kleinen Budgets produziert werden.

Der Analyst David Miller von der Investmentbank Sanders Morris Harris sagte, die Pläne seien keine Reaktion auf einzelne Filme. Sie zielten darauf ab, die Kapitalrendite auf rund 15 Prozent zu steigern. Der jüngste Disney-Film "Fluch der Karibik 2" hatte in den ersten drei Tagen nach seinem Kinostart einen Rekordbetrag von 132 Mio. Dollar eingespielt. (APA)

  • Szenenbild aus "Fluch der Karibik 2"
    foto: disney

    Szenenbild aus "Fluch der Karibik 2"

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