Die Asthma-Gefahr im Hallenbad

26. Juli 2006, 13:26
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Chlor in höheren Dosen lungenschädigend - Forscher stellen Zusammenhang mit Auftreten von Allergien und Asthma her

Wien - Immer wieder weisen Mediziner auf steigende Zahlen von Allergien und Asthma hin. Nun haben Wissenschafter der Catholic University of Louvain (Belgien) einen Zusammenhang zwischen Asthma bei Kindern und der Anzahl von Hallenbädern in einer bestimmten Region gefunden. Das häufig zur Desinfektion eingesetzte Chlor gilt jedenfalls in höheren Dosen als lungenschädigend.

Im Rahmen einer Internationalen Studie von Asthma und Allergien bei Kindern (ISAAC) wurden 190.000 Teenager - 13 und 14 Jahre alt - mittels schriftlicher oder mündlicher Befragungen erfasst. Anschließend wurden die Ergebnisse mit der Zahl der regional zur Verfügung stehenden Hallenbädern verglichen, die Forscher fanden einen klaren Zusammenhang.

Starke Variation

Demnach steigere ein zusätzliches Hallenbad pro 100.000 Einwohner die Asthma-Rate um 2,73 Prozent. Der Zusammenhang bleibt auch bestehen, wenn andere Faktoren, wie Klima, Meereshöhe oder Durchschnittseinkommen pro Kopf in die Berechnungen mit einbezogen werden, betonten die Forscher.

Die Verbreitung von Hallenbädern ist in den 21 untersuchten europäischen Ländern höchst unterschiedlich. So kommt in Westeuropa ein Bad auf 50.000 und ein Osteuropa auf 300.000 Einwohner. Auch innerhalb einzelner Ländern ist die Dichte höchst unterschiedlich, so die Forscher. Sie variiert etwa Italien, Spanien oder Großbritannien bis zum Faktor fünf. (APA)

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ISAAC
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