Ausländer im Libanon: "Jeder, der kann, will diese Hölle verlassen"

19. Juli 2006, 19:21
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Leidgeprüfte Ausländer warten am Beiruter Hafen auf Ausreise: "Es herrscht Panik"

Beirut - Dutzende von Deutschen, Australiern, Amerikanern und Kanadiern haben sich am Mittwoch auf dem Hafengelände von Beirut versammelt, um aus dem Libanon herauszukommen. "Es herrscht Panik. Jeder, der die Möglichkeit hat, will diese Hölle verlassen", sagte einer der Wartenden, Ali Sabeh, ein Deutscher libanesischer Herkunft. Auch andere Ausländer sagten, sie hätten Angst, bei einem israelischen Luftangriff getötet zu werden, und wollten das Land deshalb so schnell wie möglich verlassen.

"Die Israelis greifen alles an, was sich bewegt", sagte Manal Rawade, die sowohl die libanesische als auch die kanadische Staatsbürgerschaft hat. Ein Mitarbeiter der kanadischen Botschaft erklärte, er rechne damit, dass bis Freitag alle Ausreisewilligen unter den insgesamt rund 40.000 Kanadiern, die im Libanon leben, das Land verlassen haben werden.

Nach Angaben der Hafenbehörde ist unter den bereits eingetroffenen Evakuierungs-Schiffen ein von den USA gechartertes Schiff, mit dem 750 Amerikaner das Land verlassen sollen. Die Ankunft zahlreicher weiterer Schiffe werde erwartet. Der Betrieb am Flughafen von Beirut ist seit einem israelischen Angriff eingestellt. Auch die Hauptverkehrsstraße zwischen Beirut und der syrischen Grenze wurde mehrfach angegriffen. (APA/dpa)

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