Wiener Wohnbau: Bauwirtschaft fordert mehr "Wirtschaftlichkeit"

19. Juli 2006, 15:40
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Schwerpunkt auf architektonische Gestaltung und höherwertige Ausstattung kostet

Wien - Die Bauwirtschaft wünscht sich mehr Wirtschaftlichkeit im geförderten Wiener Wohnbau. Zwar sei der soziale Wohnbau eine "Riesenerfolgsstory", unterstrich der Präsident der Vereinigung Industrieller Bauunternehmen (VIBÖ), Horst Pöchhacker. Die Preis-Kosten-Schere klaffe allerdings auseinander, beklagte der Porr-Vorstandschef in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Walter Ruck von der Landesinnung Bau Wien.

Design und höherwertige Ausstattung kostet

Die Stadt Wien habe in den vergangenen Jahren im geförderten Wohnbau einen besonderen Schwerpunkt auf architektonische Gestaltung und höherwertige Ausstattung der Objekte gelegt, meinte Pöchhacker. In den Richtlinien zur Wohnbauförderung sei diesen gesteigerten Ansprüchen jedoch nicht Rechnung getragen worden. Dort würden die maximal pro Quadratmeter Wohnfläche erlaubten Gesamtkosten unverändert seit 1994 mit dem Basisbetrag von 1.120 Euro gedeckelt.

Preise steigen zu langsam

"Unabhängig vom Wohnbau steigen die Preisindizes zu langsam", erklärte Pöchhacker. Wenn die Ansprüche im geförderten Wohnbau neben den sonstigen allgemeinen Kostensteigerungen noch weiter wüchsen, seien einzelne Projekte auf Grund dieser Deckelung wohl nicht mehr realisierbar.

Referenzwert-Tabelle

Um die Kriterien der Wirtschaftlichkeit schon im Vorfeld projektbezogen überprüfen zu können, habe die Bauwirtschaft eine Referenzwert-Tabelle mit 14 Kennzahlen entwickelt, erklärte Ruck. Anhand der Kennzahlen könnten - ähnlich wie bei einer Checkliste - die wesentlichen wirtschaftlichen Kriterien wie Nutzfläche, Fassadenfläche und Nebenflächen im Verhältnis zueinander bewertet werden. Die Tabelle solle Einfluss in den Planungsprozess im Wohnbau nehmen.

Dies sei wichtig, da derzeit kaum Kostendeckung bei den Projekten bestünde und teilweise Unterdeckelungen von bis zu 20 Prozent vorhanden seien, meinte Ruck. Die Schwere zwischen Baukosten, Baupreisen und Förderungsobergrenzen im Wiener Wohnbau öffne sich stetig weiter, nun setzte man alles daran, die Baukosten in den Griff zu bekommen.

"Wir kommen seit einiger Zeit mit den Preisen nicht mehr aus", bestätigte auch Bauunternehmer Wilhelm Sedlak. Sollten die angegebenen Kennwerte eingehalten werden, sei aber eine massive Erhöhung der Wohnbauförderung nicht notwendig. (APA)

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