"World Jump Day"

19. Juli 2006, 13:39
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Synchron-Hüpfen, um den Erdorbit zu ändern - Österreichische TeilnehmerInnen müssten am Donnerstag um 12.39 Uhr und 13 Sekunden abheben

Wien - Ganz neu ist die Sache nicht - schon seit Jahrzehnten bringen Gazetten, die sich auf UFOs, Elvis-Sichtungen, "Mottenmenschen" und dergleichen spezialisiert haben, auch gerne die Sensationsmeldung vom gesteuerten Massenhüpfen. Grundtenor: Eine Regierung - meist die chinesische, wohl aufgrund von Chinas Bevölkerungszahl - rufe ihre StaatsbürgerInnen dazu auf, an einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig zu hüpfen, um durch den entstehenden Impuls die Erde in eine "günstigere" Umlaufbahn zu befördern.

Inzwischen gibt es allerdings tatsächlich einen solchen Aufruf, und zwar auf internationaler Ebene: Rund ein Zehntel der Weltbevölkerung soll am Donnerstag beim World Jump Day gemeinsam in die Luft springen und den Planeten aus seiner jetzigen Umlaufbahn katapultieren. Auf der dazugehörigen Website berufen die OrganisatorInnen sich auf eine angebliche wissenschaftliche Studie, derzufolge der Effekt ein "homogeneres Klima" wäre ... allerdings gibt es weder eine solche Studie noch den dazugehörigen Wissenschafter oder sein Institut; nur der Aufruf bleibt real.

Wissenschaftliche Betrachtung eines Scherzes

Somit handelt es sich um ein - immerhin originelles - Stück Spaß- und Eventkultur; bleibt die Frage, welchen Effekt ein solches Vorgehen eigentlich haben könnte: Als "lustigen Unsinn" bezeichnete der Wiener Physiker Peter Christian Aichelburg das Vorhaben der OrganisatorInnen und überschlug dessen Möglichkeiten zu Verwirklichung: "Selbst wenn alle gleichzeitig hochspringen, drücken sie die Erde zwar kurz weg - dann fallen Menschen und Erde aber wieder aufeinander zu", sagte Aichelburg. Der Planet bleibe somit auf Kurs.

Der Effekt des Simultan-Springens sei unmessbar klein. Laut Berechnungen des Wiener Wissenschafters habe die Gesamtmasse der Hüpfer lediglich ein Hundertbillionstel der Masse der Erde. "Das ist aussichtslos", sagte er. Soll solch ein Versuch gelingen, "müssten die Teilnehmer so hoch springen, dass sie ins Weltall entschwinden", erklärte der Physiker weiter.

Größere Kaliber nötig

Ob man mit dem gleichzeitigen Zünden von Atombomben auf einer Seite der Weltkugel die Umlaufbahn beeinflussen kann - das sei eine andere Sache, sagte der Wissenschafter. Haben alle Sprengkörper eine bestimmte Ausrichtung, könne man sich durch das Zünden eventuell einen Effekt erwarten, meinte er.

Organisatorisches

Wer sich den Spaß dennoch nicht verderben lassen und in Österreich "mithelfen" will, die Umlaufbahn der Erde zu beeinflussen, sollte am Donnerstag um 12.39 Uhr und 13 Sekunden hüpfbereit sein. Offizielle Start-Zeit für den Versuch ist 11.39.13 GMT (Greenwich Mean Time). Die HawaianerInnen sollten schon um 1.39 Uhr in die Hocke gehen. Auf der Homepage der VeranstalterInnen waren bislang mehr als 597 Millionen TeilnehmerInnen für den "World Jump Day 2006" registriert - vorausgesetzt diese Angaben stimmen ... (APA/red)

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