3. August 2006, 15:55
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"Die Presse" bringt ab sofort eine tägliche Society-Seite, verstärkt die Österreich- und die Wissenschaftsberichterstattung und lässt ihre Leser ausführlicher zu Wort kommen. Die Neuerungen sind laut Chefredakteur Michael Fleischhacker Ergebnis einer jüngst durchgeführten Leserbefragung ("ReaderScan"). Mit der neuen Fellner-Zeitung, die ab September erscheinen soll, habe das nichts zu tun, betont Fleischhacker im Gespräch mit der APA.

"Fellner so was von wurscht"

Das Fellner-Projekt "ist mir so was von wurscht, das kann man sich gar nicht vorstellen", sagt der "Presse"-Chefredakteur. Das "Kasperltheater, das die Branche derzeit aus großer Furcht vor den Fellner-Brüdern aufführt", verurteilt er als "erbärmlich".

Bei der Leserbefragung habe sich aber beispielsweise die Wissenschaft als erstaunlich beliebt entpuppt, weshalb sie jetzt ausgebaut werde. Mit einer zusätzlichen Österreich-Seite ebenfalls aufgestockt wird die Bundesländer-Berichterstattung (bisher "eine unserer Schwächen"). Neu ist bei der "Presse" auch eine tägliche Gesellschafts-Seite: "Jeder weiß, dass Society-Berichterstattung interessiert, dann muss man es auch anbieten", meint Fleischhacker - die Frage sei nur "wie": Konzentrieren will er sich auf Kulturelles aus der Pop- oder Festspielszene, und weniger auf "DJ-Ötzi-Partyschreck-Berichte".

Leserorientierung

Mit den zusätzlichen Angeboten wolle er seine "Grundrichtung" weiter verfolgen, die er bereits seit seinem Amtsantritt bei der "Presse" angekündigt habe, sagt Fleischhacker: Leserorientierung. Auch bei einer Qualitätszeitung wäre es ein "Skandal", "die Wünsche der User zu missachten" und als Quotendruck abzutun, betont der Chefredakteur.

Engere Kooperation Print/Online, Umzug im Dezember

Weiters setzt das Styria-Blatt künftig auf eine engere Kooperation zwischen Print- und Online-Team. So veröffentlichen derzeit neben Politikern auch Redakteure der "Presse" ihre politischen Tagebücher im Onlinedienst diepresse.com. Räumlich soll sich diese Vernetzung in Bälde ebenfalls bemerkbar machen und zwar nach der Übersiedelung der Redaktion in die Hainburger Straße in Wien Landstraße, die noch im Dezember diesen Jahres über die Bühne gehen soll. Vier Stockwerke bieten dem Unternehmen dann über 5.000 Quadratmeter Schaffensraum - die Multi-Media-Redaktion soll in den modernen Newsroom integriert werden, kündigte Fleischhacker an. (APA)

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    foto: etat.at
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