Mehrere Tote bei koordinierten Anschlägen in Bagdad

23. Juli 2006, 10:48
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Explosionen in Bagdad - Bombe vor Cafe in Kirkuk detoniert - Hochrangiger Regierungsmitarbeiter erschossen

Bagdad/Washington - Bei Anschlägen im Irak sind am Mittwoch erneut mehrere Menschen getötet worden. In Bagdad wurden bis zu sieben Menschen durch drei koordinierte Explosionen getötet und 13 weitere Zivilisten nach Angaben von Augenzeugen verletzt. Nachdem eine Autobombe in der Nähe der technischen Universität detoniert war, explodierten wenig später in der Umgebung zwei weitere Sprengsätze. Die Attentäter hatten offensichtlich die Menge ins Visier genommen, die sich nach dem ersten Vorfall versammelt hatte.

Im Westen Bagdads wurde ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit von Bewaffneten erschossen. Zwei seiner Begleiter erlitten bei dem Angriff Verletzungen. In der Stadt Rasheed überfielen Bewaffnete einen Markt und töteten nach Polizeiangaben drei Menschen. "Sie haben die Menschen mit Kugeln durchsiebt", sagte ein Polizist. Elf Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Die Einsatzkräfte hätten zwei der Bewaffneten getötet.

Doura

In Bagdads südlichem Vorort Doura tauchten am Mittwoch laut Augenzeugen Flugblätter von Aufständischen auf. In den Texten wurden die Bewohner des Viertels aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da die Aufständischen in Doura Angriffe gegen US- und irakische Truppen planten.

Kut

In der Nähe von Kut, rund 160 Kilometer südöstlich von Bagdad, fanden Sicherheitskräfte die Leichen von sieben Männern. Die Opfer waren offenbar erschossen worden.

Kirkuk

In der Ölstadt Kirkuk im Norden des Landes explodierte eine Bombe vor einem Cafe. Vier Menschen seien getötet und 16 verletzt worden, teilte die Polizei mit. In Kirkuk sind die Spannungen zwischen ethnischen Gruppen besonders deutlich spürbar. Vor allem Sunniten und Kurden kämpfen dort um die Macht.

Mehr als 100 Tote in den letzten Tagen

Auseinandersetzungen zwischen Religionsgruppen standen auch hinter den Angriffen der vergangenen Tage, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden. Die Gewalt hat trotz eines nationalen Versöhnungsplans von Ministerpräsident Nuri al-Maliki seit dem Antritt der neuen Regierung im April nicht abgenommen. (APA/Reuters/dpa/AFP/AP)

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