Ungarische Studenten rüsten zum Protest gegen Studiengebühren

8. März 2007, 11:32
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Rektoren stimmten Einführung von "Teilbeträgen" zu - Hälfte der Studierenden sind laut Umfrage gegen die Gebühren

Budapest - Ungarische Studentenorganisationen gründen Streikkomitees, um gegen die geplante Einführung von Studiengebühren zu demonstrieren. Während das Parlament am Dienstag den so genannten "Teilbeitrag für Entwicklung" (FER) behandelte, fordert die Landeskonferenz der Studenten-Selbstverwaltungen (HÖOK) in den Medien das Bildungsministerium zur sofortigen Rücknahme des Gesetzentwurfes auf. Der Konflikt um die Studiengebühren verschärfte sich weiter, da der Vorstand der Ungarischen Rektoren-Konferenz eindeutig für deren Einführung gestimmt hat.

"Erwachsene"

Für Karoly Molnar, den Vorsitzenden der Rektorenkonferenz und Rektor der Technischen Universität Budapest, sind die Studiengebühren ein weiterer Schritt in die Richtung, die "Studenten als Erwachsene zu betrachten". Da die Beiträge den jeweiligen Hochschulen zu Gute kommen, könne die Technische Universität Budapest mit einem Jahres-Budget von 28 Milliarden Forint (100,6 Mio. Euro) auf diese Weise mit weiteren 500 Millionen Forint (1,80 Mio. Euro) rechnen. Von den Zusatzeinnahmen sollen auch Leistungsstipendien bezahlt werden.

Gerechtes System

Einer Umfrage zufolge sind 50 Prozent der Studenten von Hochschulen und Universitäten gegen die Gebühren; die andere Hälfte ist bereit, eine Seminar-Gebühr von 220.000 Forint (790 Euro) pro Semester zu entrichten. Bildungsminister Istvan Hiller betonte in den Medien, der "FER" solle ab 2007 das Hochschulbildungs-System gerechter machen; die Universitäten sollten dadurch größere Freiheit bekommen, die Leistung der Studenten soll besser honoriert werden. (APA)

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    Streikkommitees sollen gegen die Studiengebühren kämpfen.

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