Hilferufe von Betroffenen im Libanon

20. Juli 2006, 10:09
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Menschen schildern in E-Mails ihre verzweifelte Lage - Hoffen auf Hilfe von außen

Beirut/Wien - Die Kämpfe im Libanon haben bisher mehr als 200 Menschen das Leben gekostet, die meisten Getöteten waren Zivilisten. Per E-Mail erreichten die APA am Dienstag Meldungen und Hilferufe von Betroffenen aus dem Krisengebiet. Viele rufen dazu auf, die israelische Armee davor zu bewahren, noch mehr unschuldige Zivilisten in ihrem Kampf gegen die schiitische Hisbollah-Miliz zu töten.

"Ich bin ein libanesischer Zivilist, der vom israelischen Staat angegriffen wird. Gestern fragte ich mich, bevor ich schlafen ging, ob ich diese Nacht wohl überleben werde", schreibt ein verzweifelter Libanese, der nicht nur um sein eigenes Leben bangt, sondern auch um das seiner Familie und Freunde. "(...) Und ich frage mich, ob meine Familie und meine Freunde nach einer weiteren schrecklichen Nacht noch da sein werden, um mir einen 'Guten Morgen' zu wünschen."

Weiter heißt es in dem auf Englisch verfassten Text: "Ich kann die israelischen Kampfflugzeuge hören, wie sie mein Land zerstören und mein Volk ermorden. Heute sind mehr als 50 libanesische Zivilisten getötet worden!"

Das libanesische Fernsehen zeigte am Dienstag verheerende Bilder aus dem von Tausenden Hisbollah-Anhängern bewohnten Viertel Haret Hreik. Ganze Wohnblöcke wurden zerstört, auch Brücken, Straßen und Geschäfte. Ziel der israelischen Angriffe ist es, die Schaltzentralen der schiitischen Hisbollah zu zerstören. Doch die Angriffe treffen oft einfach nur Zivilisten.

"Ich bitte Sie, sich die Zustände im Libanon anzusehen! Ich bitte Sie, der Welt zu zeigen, was Israel dem libanesischen Volk antut! Ich bitte Sie, der Welt den Körper eines Kindes zu zeigen, der in drei Teile geteilt ist!" Der E-Mail-Schreiber stellt die Frage: "Wenn die Hisbollah als eine terroristische Organisation gilt, weil ihr Angriffsziel Zivilisten sind, was ist dann Israel?"

Eine Libanesin spielt darauf an, dass viele Ausländer aus dem Land fliehen, dieser Ausweg ihren Landsleuten aber nicht offen stehe: "3,8 Millionen Libanesen sind Gefangene im Libanon, in ihrem eigenen Land!"

Auch die USA werden in einem der Hilferufe direkt angesprochen: "Ist das die Demokratie, die die USA will? Ist die Ermordung von Zivilisten das, was die USA für den Libanon wollen? Helft uns die israelische Armee aufzuhalten, noch mehr libanesischen Zivilisten zu töten! Stoppt diese Verbrechen gegen die Menschheit!" (APA)

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