Kritik an Vorschlag zu Joschka Fischer als Nahost-Vermittler

20. Juli 2006, 10:09
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Steinbach: Deutscher Ex-Außenminister zu sehr auf Seiten Israels

Dortmund - Der Vorschlag der europäischen Grünen, den ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer als Vermittler in der Nahost-Krise einzuschalten, ist in Deutschland auf Kritik gestoßen. Fischer eigne sich als Vermittler nur eingeschränkt, sagte der Direktor des Deutschen Orient Instituts, Udo Steinbach, den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Fischer habe "auf arabischer Seite in den letzten Jahren seiner Amtszeit deutlich an Ansehen verloren". Dort gelte er "inzwischen als ein Mann, der die Interessen und Standpunkte Israels vertritt".

Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) äußerte sich ebenfalls zurückhaltend zu dem Vorschlag. "Ich denke, in der augenblicklichen Phase sollten die Vermittlungsbemühungen von UN-Generalsekretär Kofi Annan und dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana Vorrang haben", sagte die Politikerin der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe).

Die Vorsitzende des Menschrechtsausschusses des Bundestages, Herta Däubler-Gmelin (SPD), sagte in der "Saarbrücker Zeitung" zu einer möglichen Vermittlerrolle Fischers: "Ich denke nicht, dass das jetzt ansteht." Insbesondere die US-Regierung könne mehr tun, um die Eskalation zu stoppen und die Gewalt einzudämmen, betonte Däubler-Gmelin. (APA)

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