Anspruch auf Mutterschaftsurlaub: Weltweite 14-Wochen-Frist

16. Juni 2000, 13:55

Neue "Mutterschutz"- Konvention in Genf verabschiedet

Genf - Berufstätige Frauen sollen künftig weltweit Anspruch auf einen Mutterschaftsurlaub von mindestens 14 Wochen haben. Das fordert eine neue "Mutterschutz"-Konvention, die von der Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) am Donnerstag in Genf verabschiedet wurde. Die ursprüngliche Konvention von 1952 sah nur eine zwölfwöchige Abwesenheit vom Arbeitsplatz vor. In Österreich haben Frauen Anspruch auf sechzehn Wochen Mutterschutz.

Konkrete Maßnahmen

Die für die Verabschiedung erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit wurde in Genf allerdings mit 304 Ja-Stimmen, 22 Nein-Stimmen und 116 Enthaltungen nur knapp erreicht, weil sich die ArbeitgebervertreterInnen geschlossen gegen die Konvention aussprachen. Sie und einige Regierungsdelegationen - unter anderem aus Australien, Kanada und den USA - hatten sich vehement gegen den neuen Konventionstext vorgesehen, weil ihnen die darin vorgeschriebenen Maßnahmen zu konkret waren. Der Text verbietet Schwangerschaftstests bei der Einstellung und fordert für die erste Zeit nach der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub "Stillpausen" am Arbeitsplatz.

2/3 des Gehalts in reichen Ländern

Die von der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Ursula Engelen-Kefer geleitete internationale Gewerkschaftsdelegation bei den Mutterschutzverhandlungen sprach sich nachdrücklich für die neue Konvention aus, obwohl den ArbeitnehmervertreterInnen die neuen Bestimmungen zur Bezahlung von Frauen im Mutterschutz nicht weit genug gehen. Laut Konvention sollen die Frauen zwei Drittel ihres bisherigen Gehalts bekommen. In armen Ländern sollen jedoch Abweichungen von dieser Regel möglich sein.
(APA/dpa)

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