Alte Tugenden: 30. Jazzfest Wiesen

25. Juli 2006, 14:40
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Heuer unter anderem mit Jhelisa und Alice Russell, Pharoah Sanders und Wolfgang Muthspiel

In den letzten Jahren hatte man zuweilen den Eindruck, in Wiesen wären die Programmmacher bemüht, sogar die Kollegen vom Jazzfest Wien neben sich wie Puristen wirken zu lassen. Selbst bei tolerantester Definition dessen, was längst nicht mehr definierbar ist, nämlich des Phänomens Jazz, wurde man diesbezüglich in Wiesen nur in Spurenelementen fündig. Dabei handelt es sich doch beim Event im Rosalia-Gebirge um die Mutter aller zeitgenössischen Jazzfestivals in Österreich.

30 Jahre wird sie heuer alt - und glücklicherweise konzentriert man sich seit dem Vorjahr wieder stärker auf das eigentliche Jazz-Kerngeschäft. Heuer hat man die Kuratel für den Eröffnungstag an den Wiener Soul-Seduction-Vertrieb abgegeben, die mit Jhelisa und Alice Russell prompt zwei ihrer zurzeit angesagtesten Soul-Damen einfliegen lassen. Samstag und Sonntag kann man mit Pharoah Sanders und dem Art Ensemble of Chicago noch immer vitalen Legenden der 60er-Jahre begegnen. Wolfgang Muthspiel, Wolfgang Schalk und die Jazzwerkstatt Wien vertreten die heimische Szene, während das Gastspiel von George Gruntz ausgezeichneter Oper "Magic of A Flute", basierend auf einer Neubearbeitung von Emanuel Schikaneders "Zauberflöte"-Libretto (musikalisch bleibt es bei null Gramm Mozart!), zu den Geheimtipps gezählt werden darf. (felb/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. 7. 6. 2006)

Jazzfest Wiesen: Festivalgelände, 7203 Wiesen, (02626) 816 48, 21.-23. 7.
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