Störungen im bayerischen AKW Isar 1

20. Juli 2006, 16:26
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Grüne kritisieren Informationspolitik

Nach zwei Betriebsstörungen im Atomkraftwerk Isar 1 bei Landshut in Bayern haben die Landtags-Grünen die Informationspolitik der Staatsregierung kritisiert. Das bayerische Umweltministerium habe nicht gemeldet, dass der Reaktor bei einer Revision fünf Tage länger als vorgesehen abgeschaltet worden sei, teilten die Grünen am Dienstag in München mit. Dies sei erst aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage im Landtag hervorgegangen.

"Sicherheitsrisiko"

Die Grünen forderten die vorzeitige Abschaltung von Isar 1. "Das Kraftwerk hat häufig Störmeldungen und liegt in der Einflugschneise zum Flughafen", sagte die Grünen-Abgeordnete Ruth Paulig. Im März und April habe es in dem Atomkraftwerk technische Probleme sowie Risse an zwei Schweißnähten gegeben. "Bei der normalen Abschaltung hat etwas nicht funktioniert", erklärte Paulig. Bei der automatischen Abschaltung sei dann die Kühlung ausgefallen. "Das ist ein Sicherheitsrisiko."

Umweltministerium: Keine Gefahr

Das Umweltministerium entgegnete, dass beim Ausfall der Kühlung der Reaktor schon nicht mehr gelaufen sei und somit keine Gefahr bestanden habe. Rissgefährdete Bauteile des Kraftwerks würden ausgetauscht oder repariert, wenn sie sicherheitsrelevant seien, sagte ein Ministeriumssprecher. Auch die Dauer der Revision sei nicht außergewöhnlich lang gewesen. Isar 1 ist das älteste bayerische Atomkraftwerk und seit 1977 in Betrieb. Es soll 2012 vom Netz gehen. (APA/dpa)

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