Auszeichnung für Klaus Wagenbach

18. Juli 2006, 15:15
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Berliner Verleger Klaus erhält den "Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln"

Wien - Der Berliner Verleger Klaus Wagenbach erhält den heurigen "Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln". Die mit 7.200 Euro dotierte Auszeichnung wird am 13. November im Rahmen der Eröffnung der Österreichischen Buchwoche im Wiener Rathaus verliehen, teilte der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels in einer Aussendung mit. Wagenbach ist der erste Verleger, der mit dem seit 1990 vergebenen Preis ausgezeichnet wird. 2005 hatte ihn die österreichische Schriftstellerin Barbara Frischmuth erhalten.

In der Jury-Begründung hieß es: "Verleger agieren an der wichtigen Schnittstelle zwischen Kultur und Öffentlichkeit und sind verantwortungsvolle Mittler zwischen den Kulturen." Klaus Wagenbachs Bemühungen um die italienische, französische, spanische und englische Kultur haben dazu beigetragen, "das Wissen und die Freude am Umgang mit den Nachbarn zu mehren", so die Jury. "Bücher können helfen, Vorurteile durch Wissen zu ersetzen."

Werdegang

Klaus Wagenbach wurde 1930 in Berlin geboren und absolvierte ab 1949 eine Lehre in den Verlagen Suhrkamp und S. Fischer. Er studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Archäologie, war 1957 Lektor im Modernen Buchclub Darmstadt und ab 1959 Lektor für deutsche Literatur bei S. Fischer. Seinen eigenen und bis heute unabhängigen Verlag gründete er 1964 in Berlin. Im Jahr 2002 übergab er die Verlagsleitung an seine Frau Susanne Schüssler. Er selbst ist seitdem als Lektor im Verlag Klaus Wagenbach tätig.

Wagenbach ist Herausgeber von Anthologien und Reihen des Verlags (Kursbuch, Freibeuter). Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. wurde er 1987 zum "Cavaliere del merito" ernannt, 1990 erhielt er den italienischen Staatspreis. Zudem erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz der Republik Deutschland. Von 1994 bis 2002 wirkte er als Honorarprofessor für Neuere deutsche Literatur an der FU Berlin.

Geschichte des Preises

Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln wird seit 1990 im Rahmen der Österreichischen Buchwoche an AutorInnen verliehen, die sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise eingesetzt haben und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben. Er ist mit 7.200 Euro dotiert und wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam mit dem Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft vergeben. Die bisherigen Preisträger sind: Milo Dor, Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl und Barbara Frischmuth. (APA)

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