Niederösterreich: Wattaul als BZÖ-Landesobmann zurückgetreten

21. Juli 2006, 13:32
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Schließt Wechsel zu FPÖ "nicht aus" - Bundes-BZÖ bedauert Entscheidung - FPÖ zrückhaltend

St. Pölten - Der orange Nationalratsabgeordnete Anton Wattaul ist am Dienstag als BZÖ-Landesobmann in Niederösterreich zurückgetreten. Er schließt einen Wechsel zur FPÖ "nicht aus", wie er im Gespräch mit der APA am Dienstag mitteilte. "Was sich ergibt, wird man sehen", erklärte er, einstweilen sei er einmal in den Urlaub gefahren. Nach seiner Entscheidung fühle sich Wattaul "um 200 Kilo leichter". Ob er für die FPÖ eine Unterschrift leisten werde, damit die Blauen zur Nationalratswahl antreten können, ließ Wattaul ebenfalls offen. Die FPÖ hat mit Barbara Rosenkranz und Reinhard Bösch nur zwei Abgeordnete, braucht aber drei Unterschriften von Mandataren, um nicht 2.600 Unterschriften von Wahlberechtigten sammeln zu müssen.

Persönliche Motive

Seinen Rücktritt begründete Wattaul damit, dass er nach einigen Gesprächen zum diesem persönlichen Schluss gekommen sei. Was die Zukunft des BZÖ in Niederösterreich angehe, meinte der Zurückgetretene: "Es gibt dafür Verantwortliche, die Entscheidungen treffen und hoffentlich treffen werden." Er selbst wusste nicht, wer seine Nachfolge antreten werde.

Scheuch kann sich Wechsel "nicht vorstellen"

BZÖ-Bundessprecher und Nationalratsabgeordneter Uwe Scheuch hat den Rücktritt Anton Wattaul als niederösterreichischer BZÖ-Landessprecher bedauert. "Es hat Gespräche gegeben, es liegen persönliche Gründe vor, nicht mehr mitzumachen." Einen kolportierten Wechsel zur FPÖ kann sich Scheuch aber "nicht vorstellen."

Was die Zukunft des BZÖ auf Landesebene angehe, sagte Scheuch: "Der Bündnisobmann (Anm.: Der geschäftsführende Landesobmann Peter Staudigl) wird die Geschäfte weiterführen, nach der Wahl wird in einem Landeskonvent ein neuer Vorsitzender gewählt."

Freiheitliche würden Unterschrift für NR-Wahl annehmen

Die FPÖ reagiert zurückhaltend. Laut FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky habe es keinen Kontakt zwischen der FPÖ und Wattaul gegeben. Für BZÖ-Mandatare und Funktionäre gebe es aber "generell keine Rückkehr". Die Unterschrift Wattauls für die Kandidatur der FPÖ bei der Nationalratswahl würden die Blauen jedoch annehmen, sagte Vilimsky zur APA.

"Die Unterschrift wäre ein Akt der Reue", damit könne sich Wittaul die Rückkehr aber "nicht erkaufen", so Vilimsky. "Wer auch immer uns unterstützen möchte, ist willkommen", der Weg zurück zur FPÖ stünde für jene, die die Mandate der FPÖ gestohlen hätten, aber "nicht mehr offen", sagte der FP-General. Es gebe "keine Kompromisse mit dem BZÖ", ein Abrücken von dieser vereinbarten Linie würde der Glaubwürdigkeit der FPÖ schaden, meinte Vilimksy.

Die Unterschriften der orangen Parlamentarier würde die FPÖ allerdings annehmen, auch wenn sie laut Vilimsky die andernfalls erforderlichen 2.600 Unterschriften von Wahlberechtigten sammeln wollten. (APA)

  • Der Nationalratsabgeordnete Anton Wattaul linst wieder zur FPÖ.
    foto: cremer

    Der Nationalratsabgeordnete Anton Wattaul linst wieder zur FPÖ.

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