28. Juli 2006, 21:35
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Das Kölner Verlaghaus M.DuMont Schauberg (MDS) übernimmt die Mehrheit an der "Frankfurter Rundschau". Am Montag habe die MDS-Gruppe von der SPD-Medienholding DDVG (Hamburg) 50 Prozent der Anteile plus eine Stimme an der Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH erworben, teilte MDS nach wochenlangen Spekulationen mit.

Neue Mehrheitseignerin

MDS sei damit neue Mehrheitseignerin und Stimmführerin der "FR". Die DDVG halte künftig 40 Prozent, die Frankfurter Karl-Gerold-Stiftung zehn Prozent der Anteile. Zu dem Kölner Verlagshaus gehören auch der "Express", die "Kölnische Rundschau", der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Mitteldeutsche Zeitung".

Vorbehalt: Genehmigung durch das Bundeskartellamt

Die Übertragung der Anteile kann nach laut MDS vorbehaltlich einer Genehmigung durch das Bundeskartellamt voraussichtlich im September erfolgen. DDVG und MDS seien sich einig, "dass weitere Maßnahmen zur Kostensenkung in Frankfurt ergriffen werden müssen, um die Grundlage für den weiteren Bestand und künftigen publizistischen Erfolg des angesehenen Traditionsblattes zu sichern." Es sei verankert worden, dass die "FR" dem Gedanken einer "unabhängig politisch engagierten links-liberalen Tageszeitung" verpflichtet bleibe.

Sanierungskurs

Die Medienholding DDVG hatte im Frühjahr 2004 die angeschlagene Tageszeitung für einen Euro samt Schulden übernommen, um das Fortbestehen des überregionalen Blattes zu sichern. Dem Druck- und Verlagshaus wurde ein Sanierungskurs verordnet. Die Beschäftigtenzahl sank von 1100 auf rund 700. Die DDVG wollte ihren Anteil an der "FR" auf rund 40 Prozent reduzieren und suchte nach Interessenten. DDVG und MDS erklärten, in den Verkaufsgesprächen sei eine solide Vertrauensbasis für die Zukunft entstanden. Zeitungen seien keine kurzfristigen Renditeobjekte. (APA)

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