Schauspielerin Elfriede Kuzmany 90-jährig in München gestorben

18. Juli 2006, 12:43
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Vor rund zehn Jahren stand sie zuletzt vor der Kamera

München - Die Schauspielerin Elfriede Kuzmany ist im Alter von 90 Jahren in München gestorben. Sie sei am Montag nach langer und schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen, teilte ihr Sohn Michael Wachsmann am Dienstag mit. Kuzmany hatte vor rund zehn Jahren zuletzt vor der Kamera gestanden.

Die aus dem ostböhmischen Rokitnitz stammende Künstlerin, die auf kein Fach festgelegt und nach eigenen Worten der "gehobenen Sprache" verschrieben war, hatte zunächst an der Wiener Kunstakademie Malerei und Grafik studiert, bevor sie sich der Schauspielerei zuwandte. Von 1938 an war sie zuerst am Wiener Theater in der Josefstadt und am Deutschen Theater in Berlin zu sehen. Nach zwei Jahren an den Bremer Kammerspielen kam sie 1949 zum Bayerischen Staatsschauspiel in München.

In München prägte sie über mehr als vier Jahrzehnte Theatergeschichte am Residenztheater und später unter anderem an den Kammerspielen mit. Zu sehen war Elfriede Kuzmany in zahlreichen Shakespeare-Rollen, ebenso trat sie als Käthchen in Kleists "Käthchen von Heilbronn" und in der Titelrolle von George Bernard Shaws "Die heilige Johanna" auf.

Vertragskündigung

Bis 1979 zählte sie zum Ensemble des Münchner Residenztheaters, bevor sie nach Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Intendanten Kurt Meisel ihren Vertrag kündigte. In der Folge gastierte sie an anderen Theatern wie an den Kammerspielen in Düsseldorf, an der Freien Volksbühne in Berlin und an den Münchner Kammerspielen. Außerdem übernahm sie zunehmend Arbeiten in Film und Fernsehen wie in der ARD-Krimi-Serie "Tatort".

1963 erhielt sie den Bundesfilmpreis für die beste Nebenrolle in Rolf Thieles "Das schwarzweißrote Himmelbett". Anfang der 90er Jahre wirkte sie unter anderem in Franz Seitz' Verfilmung des Romans "Erfolg" von Lion Feuchtwanger mit. Vor allem in den späteren Jahren wandte sie sich wieder der Malerei zu. Ihre Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken präsentierte sie auf zahlreichen Ausstellungen unter anderem in Berlin, Wien und München vor. Eine kritische Abrechnung mit dem Regie-Theater veröffentlichte sie 1985 unter dem Titel "Der Anti-Antifaust". (APA/dpa)

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